„BamS“ ist lieb zu ihren Nächsten

Am 6. Dezember ist „Nikolaus“. Und wer wissen will, was es mit dem Heiligen Nikolaus auf sich hat, dessen mutmaßlicher Todestag vor über 1.600 Jahren am 6. Dezember gefeiert wird, kann das hier sehr schön nachlesen. Und wer dann noch wissen möchte, was aus dem Nikolaus geworden ist, klicke bitte hier. Oder hier. Oder aber hier und hier: ein schnapsnasiger, vollständig säkularisierter Weihnachtsmann in Coca-Cola-Rot eben, was manche schlimm finden, angesichts des echten, legendären, heiligen Bischofs Nikolaus von damals, im 4. Jhd., aus Myra in der Türkei, dem heutigen 70-Millionen-Staat, in dem inzwischen weniger als 0,2 Prozent Christen leben und über den (Achtung Überleitung!) in der gestrigen „BamS“ folgendes zu lesen war:

Zwar kann nicht wirklich die Rede davon sein, dass in der Türkei Christen „schikaniert“ würden (jedenfalls nicht stärker als die über 69 Millionen Moslems im Land), wie auch der zur Schlagzeile gehörige, dreiseitige „Bild am Sonntag-Report“ deutlich machte. Zusammenfassend hießt es dort: „Rechtlich ist das alles sehr kompliziert hier, man wird auch genau kontrolliert. Aber das wird alles aufgewogen durch die sehr freundliche und menschliche Art der Türken.“ Und im dazugehörigen „BamS“-Interview sagte Kardinal Karl Lehmann sogar ausdrücklich, es habe „der einzelne in der Türkei das Recht, seinen Glauben frei zu wählen“. Doch obwohl wir spätestens aus dem „BamS“-Report wissen, dass es aufgrund einer rigiden Trennung von Religion und türkischem Staat alle Glaubensgemeinschaften schwerer haben als anderswo, stand neben der Illustration einer in Ketten gelegten Bibel (siehe oben oder hier):

„In der Türkei, dem Land der prächtigen Moscheen, wird der christliche Glauben durch eiserne Gesetze angekettet“

Und das ist so scheinheilig, das wir (Ende des Exkurses!) wieder zurückkommen können zum Heiligen Nakolaus Nikolaus, der ja in der katholischen Kirche sogar als „apostelgleich“ verehrt wird und bis 1969 mit einem „allgemein gebotenen Feiertag“ bedacht wurde usw.: Denn zehn Seiten vor dem lobbyistisch anmutenden „Christen“-Text, der so oder so ähnlich (nur eben mit einer angemesseneren Überschrift) auch in jedem Kirchenblättchen abgedruckt sein könnte, stand in der „BamS“ noch was ganz anderes – über den „Nikolaus“ „Nakolaus“ nämlich, „der ganz besondere Männerwünsche wahr werden lässt“…

Und darüber (siehe Ausriss) haben sich der Herrn Lehmann und andere Bekannte aus dem illustren Bibelkreis von „BamS“-Herausgeber Kai Diekmann dann bestimmt noch viel mehr gefreut, hohoho…
 
 
Nachtrag: Bei Bild.de gibt’s mittlerweile außerdem noch dies, bzw. dies, dies, dies, dies, dies, dies, dies, dies, dies, dies und dies, in der Montags-„Bild“ wiederum eine „Nikomaus“ als barbusiges Seite-1-Girl (ohne Abb.).