Kein Durchblick auf der Titanic

Eisfrage: Was ist los, wenn Bild.de zu einer solchen Überschrift greift?

Richtig! Zum hundertsten Jahrestag der Jungfernfahrt der „Titanic“ (welches auch ihre einzige, unvollendete Fahrt bleiben sollte) bietet ein britischer Reiseveranstalter das an, was Bild.de eine „Gedächtnis-Kreuzfahrt“ nennt. Mit zwei Schiffen, von denen keines „Titanic“ heißt oder auch nur entfernt so aussieht:

Die Reise auf der MS Balmoral und der Azamara Journey soll der Jungfernfahrt der Titanic so nahe wie möglich kommen: Es gibt den gleichen Speiseplan und die gleiche Musik, und Reisende können sich sogar kleiden, wie die Passagiere vor 100 Jahren – an Bord fährt ein Kostümverleih mit. Nur die Kollision mit dem Eisberg steht nicht auf dem Programm!

Und jetzt, wo Sie einmal im geistigen Fahrwasser von Bild.de dümpeln, können Sie sicher auch auf Anhieb erraten, was es bedeutet, wenn Bild.de in der Bildergalerie so etwas hier schreibt:

Es bedeutet natürlich, dass Gloria Stuart, die etwa anderthalb Jahre vor dem Untergang der „Titanic“ in Kalifornien an der US-Westküste geboren wurde, nicht als Kleinkind auf dem Schiff war, das auf seiner Fahrt von Südengland Richtung US-Ostküste mitten im Atlantik gegen einen Eisberg fuhr und unterging.

Die Schauspielerin spielte entsprechend auch nicht „sich selbst“, sondern in der Rahmenhandlung die alte Rose DeWitt Bukater, die in jungen Jahren von Kate Winslet gespielt wird.

Die letzte Überlebende der „Titanic“ ist übrigens schon im Jahr 2009 verstorben und hieß Millvina Dean.

Mit Dank an Torben S.