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Wir müssen leider draußen bleiben

Am Dienstag hatte „Bild“ erklärt, dass sie es für ihre Pflicht hielten, der Öffentlichkeit mitzuteilen, wie ein Kindesentführer aussieht, und damit die Spruchpraxis des Deutschen Presserats kritisiert (BILDblog berichtete).

Doch nicht nur der Presserat ist anderer Meinung als „Bild“, sondern auch die Justiz: Gestern, am zweiten Verhandlungstag, verhängte der Vorsitzende Richter am Potsdamer Landgericht ein Fotoverbot für die Medien. Er dulde in seinem Sitzungssaal keine Hetzjagd, sagte er laut „Berliner Zeitung“.

Und weiter:

[N]icht nur der Täter wurde an den Pranger gestellt, sondern auch Verwandte des Mannes. „Sicher muss zwischen dem Interesse der Öffentlichkeit und dem Interesse der Prozessbeteiligten abgewogen werden“, sagte Dielitz. Dies sei nicht immer einfach. In diesem Fall aber habe sich die Ex-Frau des Angeklagten, die als Zeugin gehört werden soll, einer Hetzjagd durch die Presse ausgesetzt gefühlt.

Es ist übrigens denkbar, dass sich die Berichterstattung von „Bild“ strafmildernd auf das Urteil des Gerichts auswirkt — es wäre nicht das erste Mal.

„Bild“ selbst berichtet heute nicht weiter über den Prozess.