You Know I’m No Good

Kaum ist Amy Winehouse tot, kommen die Geier und stürzen sich auf ihren Nachlass — etwa mit „großen Serien“ über das „verpfuschte“ und „kaputte Leben“ der Sängerin.

Aber auch andere wollen ein Stück vom Kuchen:

Jetzt beginnt das Geschacher um ihre Millionen!

Bild.de fasst also kurz zusammen, wie viel da so zu holen sein könnte, und erklärt:

Amy Winehouse konnte in ihrem jungen Leben nur zwei Alben veröffentlichen, aber mit diesen beiden Platten wurde sie weltberühmt – und reich! Album Nummer Zwei „Back to Black“ (2006) gehört bis heute zu den erfolgreichsten Alben überhaupt und wurde knapp sechs Millionen Mal verkauft. Allein in Deutschland wurde das Soul-Meisterwerk 119 Wochen (!) auf Platz 1 in den Charts.

Nun kann man über die Definition der „erfolgreichsten Alben überhaupt“ streiten, aber die „knapp sechs Millionen“ verkauften Einheiten sind da zumindest ein schlechtes Argument. Anders sähe es vielleicht mit den Chart-Platzierungen aus — aber da hat sich Bild.de komplett vergaloppiert.

119 Wochen, das wären fast zweieinhalb Jahre — und 28 Wochen mehr als „My Fair Lady“. Das Album zum Musical führt mit 91 Wochen mit weitem Abstand (und mutmaßlich für alle Zeiten) die Liste der Dauerbrenner auf Platz Eins der deutschen Albumcharts an.

In Wahrheit hatte Media Control, in Deutschland für die Erfassung der Musikverkäufe und die Erstellung der Charts zuständig, am Montag mitgeteilt:

Den großen Durchbruch in Deutschland schaffte Amy Winehouse mit ihrem zweiten Longplayer „Back To Black“, der 2008 die Jahrescharts anführte. Er platzierte sich 119 Wochen in den Top 100 Album-Charts; davon elfmal an der Spitze.

Das ist ja fast das selbe.

Mit Dank an Joe, E.K. und Jaanus.

Nachtrag, 17.30 Uhr: Bild.de hat den Satz geändert in:

Allein in Deutschland war das Soul-Meisterwerk 119 Wochen (!) in den Charts.

Außerdem weist unser Leser Oliver H. darauf hin, dass sich „Back To Black“ bisher rund 11,4 Millionen mal verkauft habe — also etwa doppelt so oft, wie Bild.de angibt.