Bei Rückruf Spott

Wenn ein Autohersteller in den USA rund 50.000 Geländewagen zurückruft, um einen Fehler zu beheben, dann ist das eine Nachricht, die es normalerweise nicht in die deutschen Medien schafft — es sei denn, eine Nachrichtenagentur gibt der Geschichte einen kuriosen Dreh.

Unter der Überschrift „Falsche Bedienungsanleitung zwingt Cadillac zu Rückruf“ behauptet dpa über die Rückrufaktion:

Der Fehler: Der rechte Seitenairbag wird abgeschaltet, wenn niemand auf dem Beifahrersitz Platz nimmt. In der Anleitung dagegen heißt es, der Airbag löse ungeachtet dessen immer aus.

„Weil die Funktion des Airbags nicht mit der Bedienungsanleitung übereinstimmt, erfüllt das Fahrzeug die Sicherheitsvorschriften nicht“, teilte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA am Montag in Washington mit.

Dabei hätte Cadillac es laut dpa doch so viel einfacher haben können:

Die GM-Mechaniker programmieren nun die Airbag-Steuerung um. Ob es eine Möglichkeit gewesen wäre, den Fahrern einfach eine neue Bedienungsanleitung zuzuschicken, ließen Hersteller und Behörde offen.

Gut, die Begründung der Verkehrssicherheitsbehörde ist etwas ungeschickt formuliert, aber der Grund für die Rückrufaktion war eben nicht nur ein Fehler in der Bedienungsanleitung, sondern die Tatsache, dass besagter Airbag auch zum Schutze eines hinten rechts sitzenden Mitfahrers dient. Da der Airbag ohne einen Beifahrer vorne rechts nicht auslöst, befürchtet die NHTSA:

Der rechte hintere Mitfahrer ist durch den Dachrahmen-Airbag nicht so geschützt wie in der Bedienungsanleitung beschrieben und könnte bei bestimmten Frontal- oder seitlichen Zusammenstößen verletzt werden.

(Übersetzung von uns)

Eine neue Bedienungsanleitung hätte also mangels stoßdämpfender Wirkung wenig genutzt.

Dennoch hat es Bild.de sogar noch eine Nummer größer:

Wegen falsch formulierter Bedienungsanleitung: Der irrste Auto-Rückruf aller Zeiten

Mit Dank an Robert D.