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Nichts Welt bewegendes passiert II

Vor kippenden Erdachsen, den Flegeljahren der Sonne und Killerkeimen aus dem Weltall müssen wir uns also, wie gesagt, trotz Riesenschlagzeilen in „Bild“ womöglich nicht akut fürchten. Aber diese Achs-Kippung klingt ja doch irgendwie beunruhigend. Von was für Zeiträumen reden wir da eigentlich, bis der „Äquator kocht“? Kann ich vorher noch die Wäsche reinholen?

„Bild“ beantwortet diese Frage erstaunlich widersprüchlich. Online heißt es: „in Millionen Jahren“. In „Bild“ Berlin-Brandenburg lautet die Angabe „in Million Jahren“, als hätte da jemand hastig noch etwas korrigiert. Und „Bild“ München warnt: „in den nächsten zehn Jahren“.

Huch!

Wie kommen die darauf? Durch die „Süddeutsche Zeitung“. Dort stand am Mittwoch ein Artikel im Ressort „Wissen“ mit der Überschrift „Die Erdachse kippt“. Im ersten Satz hieß es, das Klima werde sich in den „kommenden zehn Jahren“ ändern. Im weiteren Text stand zwar die korrekte Angabe: in den „kommenden zehn Millionen Jahren“, und am Donnerstag brachte die SZ auch eine Korrektur des Fehlers. Aber das bemerkte die „Bild“-Zeitung anscheinend erst, nachdem sie schon auf der ersten Seite reichlich Platz für das (scheinbar dringliche) Thema freigeräumt und die Münchner Ausgabe gedruckt hatte.