Deisler geht gegen „Bild“ vor

Wenn man „Bild“ liest, könnte man glauben, Sebastian Deisler sei glücklich über die Art, wie die Zeitung über seine gesundheitlichen Probleme berichtet. Der Spieler des FC Bayern gibt ihr nicht nur ein Exklusiv-Interview (das bei genauerem Lesen allerdings eher wie ein Versuch wirkt, einen „Bild“-Reporter am Telefon höflich, aber schnell abzufertigen). Er weigert sich angeblich auch, seinen Fall öffentlich zu „vertuschen“:

BILD erfuhr: Bayern wollte zunächst alles vertuschen! Deisler sollte in Turin mittrainieren, dann eine Verletzung vortäuschen. Aber da machte der Nationalspieler nicht mit. Deisler wollte erneut offen mit seiner Erkrankung umgehen.

Der Vertuschungs-These, die „Bild“ am Mittwoch sogar auf die Titelseite brachte, hat Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge inzwischen vehement widersprochen. Und auch die „Offenheit“ Deislers hat Grenzen. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet heute, daß Deisler mehrere zehntausend Euro Schmerzensgeld von dem Blatt fordert, weil „Bild“ am Mittwoch ein großes Bild von ihm, seiner Freundin und einem Arzt auf dem Gelände der Klinik zeigte, wo er behandelt wurde. Genau solche Veröffentlichungen aus der Geheimsphäre sind „Bild“ jedoch ausdrücklich gerichtlich untersagt, seit Deisler gegen ein ganz ähnliches Foto vorgegangen ist, das „Bild“ Anfang August von ihm zeigte. Der Axel Springer Verlag hatte das Urteil am 27. September anerkannt. „Bild“ schaffte es nicht einmal drei Wochen, sich an das Verbot zu halten.