An Forderster-Front

Obwohl es mit Dschungelcamp, Hochwasser und Frau Sarrazin gerade eigentlich genug Themen gibt, macht „Bild“ noch ein Fass auf: In der heutigen Ausgabe darf Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle vorschlagen, „Discounter wie ALDI und LIDL“ sollten auch Kraftstoff anbieten:

Brüderle zu BILD: „Preise bilden sich am besten immer noch durch Wettbewerb. Wenn das Angebot steigt, sinkt der Preis. Ich freue mich deshalb über jeden zusätzlichen Wettbewerber und kann Unternehmen nur ermutigen, in den Benzinmarkt einzusteigen.“ Hintergrund: In Österreich können Autofahrer bei der ALDI-Süd-Tochter Hofer deutlich billiger tanken.

Doch damit nicht genug: Ebenfalls in „Bild“ (und sehr viel ausführlicher bei Bild.de) fordert ein weiterer Politiker energische Maßnahmen:

Unterdessen droht der erste Politiker den Multis mit staatlich festgelegten Höchstpreisen beim Benzin!

Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas zu BILD.de: „Sollten die Ölkonzerne weiter die Preisspirale willkürlich nach oben drehen, muss die Politik reagieren. Auch in Deutschland muss es dann nach dem Vorbild Luxemburgs möglich sein, staatliche Höchstpreise bei Benzin, Öl und Gas zu verhängen.“ Luxemburg habe längst erkannt, dass die Energiepreise die „Brotpreise des 21. Jahrhunderts“ seien.

Mit dem „ersten“ Politiker hatte „Bild“ offenbar Recht — das kennt man ja auch anders. Nur äußert Maas diese Forderung nicht zum ersten Mal:

Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas zu BILD: „Sollten die Ölkonzerne weiter die Preisspirale willkürlich nach oben drehen, muss die Politik reagieren. Auch in Deutschland muss es dann nach dem Vorbild Luxemburgs möglich sein, staatliche Höchstpreise bei Benzin, Öl und Gas zu verhängen!“

(„Bild“, 13. März 2010)

Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas fordert in der „Saarbrücker Zeitung“ sogar gesetzlich geregelte Sprit-Höchstpreise wie im Nachbarland Luxemburg.

(„Bild“, 26. April 2008)

Den Nachrichtenagenturen dapd und AFP hielten es dennoch für eine Nachricht, weswegen Maas jetzt u.a. bei „RP Online“, „Focus Online“ und „Der Westen“ fordern darf.

Mit großem Dank an Philipp M.