„Bild“ belohnt Gaffer mit 500 Euro

Vor einer Woche sind eine Frau und ihre 18-jährige Tochter bei einem Verkehrsunfall mit ihrem Auto in den Main gestürzt. Beide konnten sich glücklicherweise rechtzeitig aus dem Wagen befreien und ans Ufer retten. Ein „Bild“-Leser fotografierte die Szene und schickte das Foto an „Bild“. Die zahlt dafür 500 Euro und druckte es am Donnerstag bundesweit ab:

"Auto versenkt! Hier retten sich Mutter und Tochter"

Am Freitag berichtete die „Main-Post“ über den Unfall:

"Unter den Bildern, die der Mutter im Nachhinein kommen, ist eines besonders haften geblieben. Sie kann sich an viele Menschen erinnern, die herum gestanden, geguckt und fotografiert haben, während sie und ihre Tochter um ihr Leben kämpften. Einer hat sein Foto gar an eine Boulevard-Zeitung verkauft. (...) Aber nur ein einziger Mann hat beherzt zugegriffen,..."

Mit Dank an Heiko S. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 24.01.2008: Wie die „Main Post“ berichtet, hatten die Unfallopfer „gegen die Laienfotografen Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung“ und offenbar gegen die „Bild“-Zeitung wegen Aufforderung zu einer Straftat gestellt. Die Staatsanwaltschaft habe jedoch die Auffassung vertreten, „dass keine Aufforderung zu einer Straftat vorliege, weil es nur um die Zusendung von Bildmaterial und die urheberrechtliche Nutzung gehe.“ Auch die Ermittlungen wegen Unterlassener Hilfeleistung wurden eingestellt. Offenbar, weil die Unfallopfer zum Zeitpunkt des Fotos „bereits gerettet“ gewesen seien.