Angst und Ambition (2)

Während die „Bild“-Zeitung heute berichtet, was der „Geliebte“ der (Noch-)Ehefrau von Günther Oettinger der Zeitschrift „Bunte“ erzählt hat, und mit weiteren privaten Details („BILD erfuhr“) anreichert, greift die „Süddeutsche Zeitung“ die Frage auf, ob Oettinger von „Bild“ gedrängt wurde, sein „Liebes-Aus“ öffentlich zu machen. Wie berichtet hatte Oettinger den „Stuttgarter Nachrichten“ dazu gesagt:

„Das werde ich später mal beantworten.“

Für die „Süddeutsche“ „übersetzt“ Hans Leyendecker Oettingers Antwort kurz mit:

„Ja.“

Aber Leyendecker schreibt auch auf, was „Bild“-Chef Kai Diekmann dazu zu sagen hat:

(…) „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann wehrt sich heftig gegen den von einer Zeitung publizierten Vorwurf, das Boulevard-Blatt habe seine „Folterwerkzeuge ausgepackt“, und dann habe der Ministerpräsident über seine Ehe gesprochen: „Unsinn“. Das Verhalten der Oettingers habe ihn an das Verhalten der Sarkozys in Frankreich erinnert, und als „Bild“ den Bericht über Deutschlands seltsamstes Politiker-Ehepaar machte, sei es um einen „öffentlichen Vorgang“ gegangen.

Frau Oettinger habe eine Adventsgesellschaft in der baden-württembergischen Landesvertretung zu Berlin einfach sitzen lassen, sei nicht erschienen. Steuergelder seien verschwendet worden. Die Stuttgarter Staatskanzlei, sagt Diekmann, habe ihn gefragt, ob darüber wirklich berichtet werden müsse, und seine Antwort sei klar gewesen: Ja. Das weitere Vorgehen falle unter „Recherche“. (…)