Wetten, dass..?, Regierungsapparate, Menschen

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Erfundene ‚Wetten, dass…?‘-Berichte“
(sueddeutsche.de, Christina Maria Berr)
Nicht nur in „Österreich“, auch in „Bild am Sonntag“ war in Teilen der Ausgabe über Ereignisse zu lesen, die sich nicht ereignet hatten. Die „Bild am Sonntag“ wird so zitiert: „Hollywood-Schauspielerin Cameron Diaz (38), Tennie-Star Justin Bieber (16) Take That und Altmeister Gérard Depardieu (61) nahmen gestern gut gelaunt auf Thomas Gottschalks Sofa Platz.“

2. „Wunschkonzert mit offenem Ende“
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
Peer Schader dokumentiert, was „ausgewiesene Fernsehexperten“ nach der abgebrochenen Sendung fordern.

3. „Trommelfeuer der Dauerkritikaster“
(querblog.de, Horst Schulte)
„Können wir es nicht dem Einzelnen überlassen, ob er sich solchen Risiken aussetzt oder nicht?“, fragt Horst Schulte zur Diskussion über die Gefährlichkeit der Wette. „Ob die, die sich da so empört haben, den Fernseher auch gleich ausgeschaltet haben, als ihnen mitgeteilt wurde, wie diese Wette ablaufen würde?“

4. „Wikileaks und wir“
(stern.de/blogs, Hans-Martin Tillack)
Hans-Martin Tillack erstaunt es, dass viele seiner Kollegen die Bedeutung der Wikileaks-Enthüllungen herunterspielen. Es sei die oberste Pflicht von Journalisten, „verfügbare Quellen zu nutzen, um die Leser zu informieren“. „Man muss schon sehr blind oder sehr autoritätsverliebt sein, wenn man ausgerechnet in diesen Tagen meint, Regierungsapparate müssten nur ungestört arbeiten können, dann werde alles gut.“

5. „Warum ich Migranten nicht als Menschen bezeichne“
(blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Die „taz“ sucht für ihre Deutschland-Sonderausgabe ein „neues Wort für die Bezeichnung ‚Migrant‘ beziehungsweise ‚Mensch mit Migrationshintergrund'“. Die von den Lesern gefundene Lösung „Mensch“ passt dann aber doch nicht, „weil es dann nicht mehr möglich wäre, die Realität zu beschreiben“.

6. „Hätt’ ich mal den Schienenersatzverkehr genommen!“
(volkerstruebing.wordpress.com)
Volker Strübing trifft in einer verschneiten Nacht in Berlin auf eine Frau, die sich nicht mehr sehr sicher ist, wo sie hin will.