Bei Englisch kann Bild.de einpacken

Bild.de berichtet seit gestern über ein Tagebuch, das „Schmuddel-Rocker“ Pete Doherty geschrieben habe, als er im September in einer Entzugsklinik weilte.

Aus dem Tagebuch „zitiert“ Bild.de wie folgt:

Ihm ist klar, wie dreckig es ihm geht: „Wenn ich keine Drogen bei mir habe, vor allem Crack und Heroin, würde ich wahrscheinlich sterben, pleite gehen, verrückt werden oder dauerhaft eingewiesen. Ich bin ohnehin auf dem direkten Weg dahin.“

Das klingt aber ganz schön wirr, denken Sie? Klar, der Mann war ja auch schwer drogensüchtig.

Es wäre natürlich auch möglich, dass der Bild.de-Mitarbeiter, der die Meldung aus der britischen „Sun“ abpinnen sollte, ein Vokabelproblem hatte. Laut „Sun“ hat Doherty nämlich dieses geschrieben:

„If I don’t pack in drugs, particularly crack and heroin, I am likely to either die, go bankrupt, go mad or end up permanently institutionalised. I’m on a direct course for all four.“

Nun wollen wir nicht behaupten, der zuständige Bild.de-Mitarbeiter habe kein Wörterbuch benutzt. Es ist durchaus möglich, dass er „(to) pack in“ nachgeschlagen, dort „einpacken“ gefunden und den Text entsprechend übersetzt hat.

Allerdings lernt man schon im Englischunterricht sehr früh, dass man sich nicht auf die erste Variante im Wörterbuch verlassen sollte. Und wenn man dahinter umgangssprachlich aufgeben; hinschmeißen“ liest, könnte einem natürlich dämmern, dass „einpacken“ nicht so ganz wörtlich (und in Dohertys angeblichem Tagebuch schlichtweg das Gegenteil gemeint) war.

Aber dann hätte man die Geschichte natürlich nicht so anpreisen können, wie Bild.de es tut:

Pete Doherty: "Ohne Drogen würde ich sterben, pleite oder verrückt sein"

Mit Dank an Katja D., Thomas S. und Bidisch.

Nachtrag, 12.10 Uhr: Bild.de hat’s korrigiert.