Klaus Doherty und Pete Wowereit

Ist Wowi der Rüpel der Politik?

Interessante Frage. Und eine Gemeinsamkeit zwischen Klaus Wowereit und Pete Doherty sieht man ja schon auf den ersten Blick: Beide trinken Sachen.

Auf weiteren Fotos dokumentiert „Bild“ weitere Parallelen: Beide haben ein Buch geschrieben. Beide sind mit jemandem zusammen. Und es gibt von beiden Fotos, wo sie jemanden küssen.

Geradezu frappierend wird es, wenn man, wie „Bild“, in zwei Listen Kategorien wie „Triumphe“, „Selbsteinschätzung“ und „Vorlieben“ der beiden vergleicht. Oder ihre Tiefpunkte:

„Tiefpunkte Wowereit“ „Tiefpunkte Doherty“
„fällt bei seiner Wiederwahl zum Regierenden Bürgermeister im ersten Wahlgang durch“ „stellt mit Blut gemalte Bilder aus, spritzt sich bei Interview vor laufender Kamera Heroin, wird von seiner ersten Band ‚The Libertines‘ gefeuert und von Kate Moss rausgeworfen“

Ein Wunder, dass Freunde sie überhaupt auseinander halten können!

Nun hat den Vergleich aber ursprünglich nicht „Bild“ gemacht, sondern Bela Anda, ehemaliger Regierungssprecher von Gerhard Schröder, ehemaliger „Bild“-Redakteur. „Bild“ schreibt:

Ein Vergleich wie ein Fallbeil, es saust auf Wowi in der neuen Ausgabe des Feingeist-Magazins „Cicero“ nieder.

Ein Fallbeil? Die Nachrichtenagentur AP verbreitet den Vergleich Andas unter der Überschrift „Anda hält Wowereit für wahren SPD-Hoffnungsträger“, Spiegel Online unter der Dachzeile „Sozi-Lob“; die Original-Überschrift in „Cicero“ lautet „Was Wowereit zum Popstar macht“.

Kein Wunder, denn Anda schreibt (wie man auch in „Bild“ lesen kann):

„Dohertys neues Album mit den ‚Babyshambles‘ wird gerade von seinen härtesten Kritikern gefeiert. Und Wowereit schafft mit seinem Einsatz für Berlin den Umschwung — Elite-Uni, sinkende Schulden, beste Fan-Meile der WM, immer mehr Hollywood-Stars, die die Hauptstadt als Drehort entdecken und somit Geld in die Kassen spülen.“

Und Anda glaubt noch, diese Parallele zu sehen:

„Beide wurden lange Zeit unterschätzt, ihr öffentliches Bild war durch Klischees bestimmt. Hier der ‚Party-Bürgermeister‘, dort der ‚Kate-Moss-Begleiter‘.“

Ihr öffentliches Bild war durch Klischees bestimmt? War?