„Bild“ bleibt sich bei Werbung treu

Ganz ungeniert berichtet „Bild“ seit gestern über „BILDmobil“, das „Bild“-eigene Prepaid-Angebot fürs Handy. Und man muss sicherlich kein Medienexperte sein, um zu verstehen, dass das keine unabhängige redaktionelle Berichterstattung im eigentlichen Sinne ist — sondern eben Werbung (siehe Ausriss): Neuer, besser, schöner, billiger!

Und so hieß es gestern in der Überschrift auf der Titelseite:

kostenlos im Internet surfen

Das ist irreführend. Tatsächlich kann man bloß „unbegrenzt auf dem BILD-Mobil-Portal surfen. Für null Euro!“, wie „Bild“ denn auch korrekt im Kleingedruckten im Text schreibt.

Und im großen „BILDmobil“-Artikel von heute heißt es:

BILDmobil ist das einzige Prepaid-Angebot mit UMTS-Zugang.

Das ist sogar falsch*. Tatsächlich gibt es auch andere Prepaid-Anbieter mit UMTS-Zugang, wie man beispielsweise auf teltarif.de nachlesen kann. (Dort wird übrigens grundsätzlich die von „Bild“ zitierte Aussage eines Verbraucherschützers, dass das „ein gutes Angebot“ sei, bestätigt — solange man kaum ins Ausland telefoniert, auf einen „Community-Tarif“ verzichten kann, sich beim Surfen auf das „Bild“-Portal beschränkt und nur wenige Kurzmitteilungen verschickt.)

Man sollte sich also besser woanders über „BILDmobil“ informieren als ausgerechnet in „Bild“. Und das liegt erstaunlicherweise gar nicht daran, dass die „Bild“-Texte dazu Werbung wären, sondern daran, dass sie im Grunde bloß typische „Bild“-Artikel sind.

*) Bei Bild.de hat man den Fehler inzwischen bemerkt und die entsprechende Formulierung abgewandelt.

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.