Widde-widde-wie sie mir gefällt

Bevor wir hier aus einem „FAZ“-Interview mit dem Fotografen Jaques Langevin zitieren, schauen wir doch mal in die gestrige „Bild“ — zur Erinnerung quasi:

„Bild“ hatte ja vorn auf der Titelseite und weiter hinten noch einmal (siehe Ausrisse) ein großes Foto gedruckt, auf dem (wenn man’s weiß) die 1997 tödlich verunglückte Lady Diana „Minuten vor dem Unfall“ bzw. „wenige Minuten vor dem Drama im Pariser Alma-Tunnel“ bzw. „wenige Minuten vor dem tödlichen Unfall“ zu sehen ist, denn „Minuten später krachte der Mercedes im Tunnel gegen den 13. Pfeiler“ — und „BILD beantwortet die wichtigsten Fragen dazu“.

Und einige der „Bild“-Fragen sind richtig gut:

    (1) „Wen sehen wir auf dem Bild?“
    (2) „Wo und wann ist das Foto entstanden?“
    (3) „Welche Situation dokumentiert das Foto?“

ad (1): „Bild“ schreibt: „Den Wagen steuert Henri Paul. (…) Prinzessin Diana (…) ist deutlich (…) zu erkennen. Sie ist nicht angegurtet! Sie dreht sich von den Kameras weg, nach hinten, schaut über ihre linke Schulter aus dem Rückfenster. In der Scheibe spiegelt sich der Scheinwerfer eines Motorrads.“

ad (2): „Bild“ schreibt: „Am 31. August, ca. 0.20 Uhr. Diana und Dodi verließen (…) das Ritz-Hotel in Paris. (…) Die Gruppe nahm den Hinterausgang. In 50 Meter Entfernung wartete der französische Fotograf Jacques Langevin auf der Straße. Als die Diana-Limousine vorbeiraste, drückte er auf den Auslöser.“

ad (3): „Bild“ zitiert den einen Fotografen der britischen Boulevardzeitung „Sun“: „(…) Fahrer Henri Paul sieht aus, als habe er fast Spaß an der Situation, den Fotografen davonzurasen. Diana schaut sich nach den Fotografen um. Wahrscheinlich war sie besorgt, wollte sehen, wie nah die Verfolger schon sind.“ Und „Bild“ schreibt selbst: „Das letzte Foto vor dem Crash: Diana sitzt (…) auf der Rückbank (…), ist nicht angeschnallt. Sie guckt durch die Heckscheibe, ob sie verfolgt wird. (…) Wenige Minuten nach diesem Foto raste der Wagen gegen einen Tunnelpfeiler.“

Und nun vergleichen Sie bitte die Vorstellung, die Sie von der Situation im Kopf haben, mit dem folgenden Auszug aus dem FAZ-Interview mit dem Fotografen:*

Die Fotos habe ich am Hinterausgang des Hotels Ritz gemacht, in der Rue Cambon, kurz bevor der Mercedes losfuhr.
Der Wagen stand also noch?
Ja (…).

*) Nachtrag, 14.45 Uhr: In einem „Bild“-Infokasten („Franzose schoss Sensations-Fotos“) finden sich zudem drei O-Töne des Fotografen Langevin , die er, so „Bild“, 1997 „gegenüber BILD“ geäußert habe. Erstaunlicherweise können wir die „gegenüber BILD“-Zitate im „Bild“-Archiv nirgends finden, sondern nur sehr ähnlich klingende Langevin-Aussagen aus einem Interview der Zeitung „Liberation“, aus dem „Bild“ am 4.9.1997 ausführlich zitierte.