Nicht alles, was bösartig ist, ist ein Geschwür

Was passiert ist, ist unstrittig: Einem Dialysepatienten sollte Anfang Juli an der Universitätsklinik in Münster eine Spenderniere eingepflanzt werden. Während der Operation bemerkte eine Ärztin eine Veränderung des Gewebes. Um auf Nummer sicher zu gehen, entfernte sie das befallene Stück, bevor das Organ eingepflanzt wurde. Im Nachhinein stellte es sich als bösartig heraus. Der Patient traf daraufhin die schwere Entscheidung, die Niere wieder entfernen zu lassen. Es konnte nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, dass der Tumor Zellen hinterlassen hatte. Als die Niere nach der Entnahme analysiert wurde, wies sie allerdings keine Spuren bösartiger Veränderungen auf.

Der Patient sagte der „Münsterschen Zeitung“: „Die Ärztin hat nach bestem Gewissen, verantwortungsvoll und richtig gehandelt.“ Auch die „Bild“-Zeitung zitiert ihn mit den Worten: „Ich bin nicht wütend auf das Krankenhaus oder die Ärztin. Sie hat schließlich die Veränderung an der Niere entdeckt.“ Jens Brockmann, Oberarzt der Chirurgie an der Klinik, betonte in der „Münsterschen Zeitung“: „Die Niere war zum Zeitpunkt der Transplantation tumorfrei.“

Und dies ist die Überschrift, unter der „Bild“ in Nordrhein-Westfalen am Freitag in großer Aufmachung über den Fall berichtete:

Vielen Dank an Christian B. und Henning B.!