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Nicht berichtenswert

Am 13. August 2004 verlieh „Bild“ seinen „begehrten“ „Orden“ „Retter der deutschen Sprache“ unter anderem an Hans Werner Kilz, den Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“. Der Grund ist einem Bericht einige Tage zuvor zu entnehmen. Am 7. August, als „Bild“ bekannt gab, zur alten Rechtschreibung zurückzukehren, schrieb das Blatt:

Auch die „Süddeutsche Zeitung“ will zur alten Rechtschreibung zurückkehren.

Das war falsch, aber diesen Fehler machten auch viele andere Medien damals. Tatsächlich hatte Kilz sich etwa in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ deutlich differenzierter geäußert:

Ab wann soll die „SZ“ wieder in der altbewährten Rechtschreibung erscheinen?
Ich glaube nicht, daß wir jetzt ein Datum nennen sollten oder irgendwelche Details einer zukünftigen Rechtschreibung. Wichtig ist jetzt das Signal zur Abkehr von der neuen Rechtschreibung. …

Wie wird die „SZ“ zukünftig zum „sz“ stehen? Gibt es Neuerungen, die Sie beibehalten wollen?
Ob wir „dass“ künftig wieder „daß“ schreiben, kann ich nicht sagen.

Diese Differenzierung wurde, wie gesagt, nicht nur von „Bild“, sondern von vielen Medien ignoriert. Die berichten nun allerdings (z.B. hier, hier, hier und hier) nach einer Vorabmeldung des „Stern“ am Mittwoch, dass die „SZ“-Redaktion inzwischen ausdrücklich beschlossen hat, nicht zur alten Rechtschreibung zurückzukehren, sondern einen Kompromiss zu suchen.

Und die „Bild“-Zeitung? Berichtet nicht. Obwohl diese Nachricht ihren bisherigen Behauptungen widerspricht.

Oder sollte man sagen: Weil?