„Bild“ ist treuer als Oliver Pocher II

Gestern erst hatten wir gewettet, dass „Bild“ alsbald mit Neuigkeiten über Annina Ucatis aufwarten würde, die angeblich ehemalige „Geliebte von Oliver Pocher“ (sie behauptet, mit Pocher vor sieben Jahren mal ausgegangen zu sein).

Und tatsächlich heißt es auf der heutigen „Bild“-Titelseite:

Gestern berichtete BILD über die Ex-Geliebte von Oliver Pocher (…).

Aber darüber, wie „Bild“ heute berichtet, sind wir dann doch überrascht (siehe Ausriss): Mit der Schlagzeile „Jetzt schlägt Pochers Freundin zurück“ und der Frage „Na, wer hat hier die überzeugenderen Argumente?“ wirbt „Bild“ für die aktuelle Ausgabe des Magazins „Maxim“. „Maxim“ wird (wie „Bild“) vom Verlag Axel Springer herausgegeben und ist (laut „Bild“) „im Handel erhältlich“ — seit gestern übrigens.

Allerdings ist das nicht alles, was es heute in der Ucatis-Sache nachzutragen gibt. Denn entgegen unserer ersten Annahme, dass sie erst 2003 als „Bingo-Fee“ in „Bild“ aufgetaucht sei, kennen sich Ucatis und „Bild“ schon viel, viel länger:

„Bild“-Mitarbeiter Holger Bloehte*, dessen Name zuletzt im Januar 2007 über einem Ucatis-Artikel stand, hatte ihr nicht nur 1998 schon zu einem Job als „Super-Ische“ in der „Harald Schmidt Show“ verholfen (Quelle: „taz“, 1998), sondern Ucatis vor inzwischen fast zehn Jahren überhaupt erst für die Öffentlichkeit „entdeckt“ (Quelle: „Hustler“, 2001). Und tatsächlich findet sich in der „Bild“-Zeitung vom 23. Juni 1997 ein Artikel Bloehtes über Ucatis. Er ähnelt demjenigen, der gestern in „Bild“ erschien, insofern, als Ucatis damals behauptete, in einer „Bremer Promi-Disco“ mal kurz mit Dieter Bohlen geredet zu haben.

*) Wenn Holger Bloehte (von „Bild“ gelegentlich auch „Holger Bloethe“ genannt) gerade nicht über Annina Ucatis schreibt, druckt „Bild“ Geschichten von ihm, die Überschriften tragen wie „Asyl-Familie kassiert 50000 Euro Stütze und hortet einen Schatz“ (2.12.2004), „Warum zahlt der Staat einem 3fachen Mörder das BWL-Studium?“ (19.4.2006) oder „Dieser Dackel rettet diesem Dackel das Leben“ (10.3.2006). BILDblog-Lesern könnte Bloehte zudem wegen eines Artikels im November 2006 bekannt sein, in dem er Helmut Pflugradt als „Skandal-Politiker“ bezeichnete. „Bild“ entschuldigte sich damals anschließend öffentlich bei Pflugradt dafür, ihm „Unrecht getan“ zu haben.

Mit Dank auch an Max V.