„Bild“ klaut „Nacktfotos“ von „Topmodel“-Hana

Haben Sie’s gemerkt? „Bild“ kommt heute mal ohne „Seite-1-Mädchen“ aus.
Ob’s am Papst und seiner Bibel liegt oder daran, dass anderweitig „wunderschöne Nacktfotos aufgetaucht“ seien (siehe Ausriss), wer weiß das schon.

Zu sehen ist auf den Fotos Hana Nitsche, Finalistin in der ProSieben-Castingshow „Germany’s Next Topmodel“, die heute zu Ende geht. Und „Bild“ kriegt sich über die „Nacktfotos“ (die, wenn wir ehrlich sind, höchstens Halbnacktfotos sind) gar nicht mehr ein: „sinnlich, erotisch“ seien die Bilder, „sinnlich und erotisch“, „sehr erotisch, ungewöhnlich freizügig und kunstvoll inszeniert“, „zauberhafte Aufnahmen“ — kurzum: „eine wunder-wunderhübsche Überraschung“. Und „Bild“ fragt:

Aber wo kamen plötzlich die Bilder
nur einen Tag vorm Finale her?

Die Frage ist berechtigt, bleibt in „Bild“ aber unbeantwortet. Stattdessen heißt es:

BILD erfuhr: (…) Die Fotodesignerin Uta Seelos aus Schriesheim schoss die Bilder (…).

Das ist offenbar nur die halbe Wahrheit. Denn auf der Homepage der Fotografin heißt es dazu in einer „Erklärung zum Artikel in der heutigen Ausgabe der Bild Zeitung“:

"Die Redaktion der

Seelos‘ Agentur teilt uns auf Anfrage mit, die in „Bild“ veröffentlichten Fotos stammten zwar tatsächlich von ihrer Homepage, seien dort aber auf Wunsch von Hana (bis auf zwei Aufnahmen) bereits vor mehreren Monaten entfernt worden. Gestern dann habe jedoch jemand, der sich als „Bild“-Mitarbeiter ausgab, „die Bilder für 800 Euro kaufen“ wollen. (Anschließend habe sich auch ProSieben gemeldet und einen noch deutlich höheren Preis geboten.) Abgelehnt habe man die Angebote, „weil Hana das nicht wollte“.

Die Fotografin habe wegen des ungenehmigten Abdrucks in „Bild“ einen Anwalt eingeschaltet:

„Uns geht es dabei nicht ums Geld, sondern um das Vertrauen unserer Modelle. Davon leben wir.“

Mit Dank auch an die vielen Hinweisgeber.