Und welchen Wasserfilter benutzen Sie?

Schon möglich, dass die Nennung von Markennamen in der Literatur spätestens seit Bret Easton Ellis‘ „American Psycho“, Christian Krachts „Faserland“ und Florian Illies‘ „Generation Golf“ als Stilmittel gilt. Im Journalismus kennt man gemeinhin ein anderes Wort dafür — außer bei „Bild“. Dort nennt man’s schlicht:

"Zu Hause bei..."

Seit Norbert Körzdörfer für „Bild“ den Klatschkolumnisten mimt, widmet sich die ehemalige „Ich weiß es!“-Kolumnistin Christiane Hoffmann ja bekanntlich „einmal wöchentlich in BILD großen Portraits, Interviews und Home-Storys“. Am gestrigen Samstag erschien bereits die 10. Folge — und wir fassen zusammen:

Wieviele Markennamen passen in eine einzige „Bild“-Homestory?

— Küche von „Innova“

— Kühlschrank von „Samsung“

— Espressomaschine von „Jura“

— Küchengeräte von „Siemens“

— Wasserfilter von „Nikken“

— Geschirr von „Villeroy & Boch“

— Sofa von „Who’s perfect“

— Tischchen von „Who’s perfect“

— Esstisch von „Who’s perfect“

— Stühle von „Rahaus“

— Plasmafernseher von „Pioneer“

— Regale von „Ikea“

— Pumps von „Buffalo“

— Kleider von „Veronica Pohle“

— Heizung von „Villeroy & Boch“

— Lockenstab von „Panasonic“

— Wimperntrenner von „Panasonic“

— Wimpernbürste von „Panasonic“

— Parfüm „Glow“ von J.Lo

— Körperpflege von „Aveda“

— Gloss von „Lancome“

— Mascara von „Jade“

Gefunden in „Bild“ vom 7.4.2007

Udo Jürgens trägt Smokings von „Baldessarini“, duftet nach „Eau Sauvage“ und benutzt Kosmetik von „La Mer“. Vicky Leandros benutzt Kosmetik von „La Mer“, hat ein Klavier von „Yamaha“, Dreh-Hocker von „Ikea“, einen Fernseher von „LG“ sowie eine Kaffeemaschine von „Tefal“ und trägt Jeans von „True Religion“. Barbara Becker hingegen trägt Jeans von „Acne“, benutzt Kosmetik von „La Mer“ sowie Duschbad von „Dr. Hauschka“, duftet nach „Shalimar“, trinkt „E3 live“ und besitzt eine Hifi-Anlage von „Bang&Olufsen“, eine Küche von „Gaggenau“, Tisch und Stühle von „Knoll“, Möbel von „Dedon“ sowie eine Uhr von „Milus“ (für die Becker selbst Werbung macht). Tommy Haas hat einen Kühlschrank von „Sub Zero“, einen Fernseher von „Sony“ sowie Taschen von „Dunlop“ und „Limited Sports“ (für die Haas selbst Werbung macht). Ralf Möller (der u.a. für die Kosmetikfirma „LR“ Werbung macht) duftet nach „Ralf Moeller“ von „LR“, hat einen Fernseher von „Sony“, einen Computer von „Apple“, einen Gasherd von „General Electric“ und eine Trainingstasche von „Louis Vuitton“. Aber vielleicht spulen wir — Ikea St.Barth Helena Rubinstein Transvital Gucci Boss Medion Studio 39 Balay Apple Wasser-Maxx Ewe Miele Ikea Minotti NEC AquaTech Bang&Olufsen JAB Anstoetz — schnell mal weitere vier Folgen vor, denn (hechel) gestern hat sich Christiane Hoffmann fraglos selbst übertroffen: Mit rund 20 (!) Markennamensnennungen* in einer einzigen Homestory unangefochten auf Platz 1 der „Zu Hause bei“-Charts liegt… Susaaaaaaaan Sideropoulos!

*) Nicht markennamentlich genannt wurden in „Bild“ übrigens die Hersteller von Sideropoulos‘ „japanisch anmutenenden Bambusrollos“, ihres „L-förmigen Sofas“, eines „weißen Regalbretts“, der „Whirlpoolwanne unter Schrägfenstern“, der „Heizdecke“ und des „Glas-stählernen Aufzugs im Hinterhof“. Ach ja: Und wenn dieser „neun-armige Kerzenleuchter“ in Sideropoulos‘ Wohnung von Villeroy & Boch oder Pioneer wäre, wüsste Christiane Hoffmann vermutlich auch, dass er nicht „Menora“ heißt.

Mit Dank für die vielen Hinweise zur Menora.