Knut-Content

Wie es zu dieser „Falschmeldung“ kam, steht ausführlich bei FAZ.net. Hier deshalb nur soviel:

  • Nein, Knut wird nicht totgespritzt.
  • Auch wenn es in „Bild“ anders aussieht: Niemand hat ernsthaft eine Tötung des Berliner Eisbären gefordert.
  • Dass der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe indirekt auf einen entsprechend missverständlichen „Bild“-Bericht vom 25. Januar verwies, nahm „Bild“ heute zum Anlass, die eigene Geschichte von damals unter Verweis auf den „Spiegel“ („Stimmt!“) nochmals hervorzukramen — dieses Mal als Titelgeschichte.

Und während bei FAZ.net steht, wie’s wirklich war, steht bei Bild.de etwas ganz anderes. Unter der Überschrift „Forderung nach Todesspritze für Berliner Eisbär-Baby abgelehnt — Eisbär-Baby Knut soll leben“ behauptet Bild.de in einer aktualisierten Version des „Bild“-Artikels:

Der kleine Eisbär, der ganz Deutschland verzaubert, kann weiter von seinen Pflegern groß gezogen werden. Das erklärte Tierarzt André Schüle vom Zoologischen Garten Berlin. Er widersprach damit rigoros Tierschützern, die am Wochenende [sic] empfohlen hatten, dem Tier die Todesspritze zu geben.

Und das ist nur insofern eine Neuigkeit, als „Bild“ heute ja (wider besseres Wissen)* das Gegenteil suggeriert hatte.

Mit Dank an diverse Hinweisgeber.

*) Der Tierrechtler Frank Albrecht hatte im Januar den Berliner Zoo „wegen groben Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“ angezeigt, um auf „die Scheinheiligkeit und Heuchelei“ bei der Zootierhaltung aufmerksam zu machen. Die Behauptung, dass er die Tötung des Eisbären fordere, hatte er in einem offenen Leserbrief an die „Berliner Zeitung“ zudem bereits im Februar als „völlig falsch“ bezeichnet und dies, wie er BILDblog sagte, auch aktuell (aber erfolglos) gegenüber der „Bild“-Zeitung deutlich zu machen versucht. Das von Albrecht angestoßene Verfahren indes wurde, wie uns der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft mitteilt, „mangels Straftat eingestellt“. Albrecht habe sich jedoch dagegen beschwert, „so dass nunmehr die Generalstaatsanwaltschaft den Vorgang zu prüfen haben wird“.

Mehr dazu hier.

Nachtrag, 21.3.2007: Wie schon damals, als „Bild“ fälschlicherweise behauptet hatte, ein Erfinder würde in Sachsen „aus Katzen Benzin“ machen, und die abstruse Behauptung hernach in internationalen Medien weiterverbeitet wurde, verbreitet sich nun auch die Knut-„Falschmeldung“ weltweit (siehe auch hier)– und „Bild“ scheint sogar stolz drauf ist das wieder eine Knut-Meldung wert.

Nachtrag, 27.3.2007: Obwohl doch sogar Knut selbst in seinem Weblog findet, dass der ganze Rummel um ihn „beim Bildblog wirklich gut erklärt“ sei, zeigt sich „Bild“ unbelehrbar und schreibt (weil „Knut und Menschen-Papa“ bald getrennt schlafen müssen) auch heute wieder fälschlicherweise, dass „Tierschützer (…) das Bären-Baby mit der Todesspritze von dieser ’nicht artgerechten Haltung‘ erlösen wollten“.