Ein gutes Stück Arbeit

Die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ hat ein Internetprogramm ins Netz gestellt, mit dem man ausrechnen können soll, wie die Gesetze der Großen Koalition die eigene Finanzlage verändern. Und die „Bild am Sonntag“ hat daraus heute einen Aufmacher „So teuer wird 2007 wirklich für Sie!“ gemacht.

Das war anscheinend — obwohl die Daten ja von der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ geliefert wurden — noch ein gutes Stück Arbeit: Nicht weniger als fünf Autorennamen stehen in dem Artikel.

Vielleicht haben sich die Fünf die Arbeit ja aufgeteilt. Einer hat sich einen Fehler zur Eigenheimzulage ausgedacht und geschrieben, für jeden, der „ab 2007 ein Haus baut oder eine Wohnung kauft“, gebe es dieses Geld nicht mehr — obwohl das doch schon seit Anfang 2006 gilt. Ein anderer kam auf die lustige Idee zu behaupten, das Jahr 1966 sei die „Zeit des Wirtschaftswunders unter der Regierung von Ludwig Erhard“ — obwohl sich das Wirtschaftswunder doch bereits in den 50er Jahren ereignet hatte und 1966 das Jahr der ersten Rezession war, die auch zum Rücktritt Erhards beitrug. Und ein dritter achtete darauf, dass nirgends im Text erwähnt wird, um wen es sich bei der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ handelt — eine umstrittene Lobbyorganisation der Arbeitgeberverbände, die (u.a. mit Schleichwerbung) für wirtschaftsliberale Ideen kämpft.

Und was die anderen beiden „Bild am Sonntag“-Autoren gemacht haben, finden wir auch noch raus.

Danke an Thomas A.!