Gerichtsreporter, Lena, Ich-Schwäche

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Journalisten werden überwertet: BILD sucht Hobby-Gerichtsreporter“
(neuhetzki.de, Thorsten Neuhetzki)
In der „Berliner Morgenpost“ sucht „Bild“ per Anzeige „Hobby-Gerichtsreporter“: “Juristische Grundkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Stenografie oder das Beherrschen anderer Protokolltechniken ist ein Muss.“

2. „Lena und die Medientortour“
(ndr.de, Video, 6:09 Minuten)
ESC-Kandidatin Lena Meyer-Landrut weigert sich, gegenüber den Medien von privaten Angelegenheiten zu sprechen, was das Konzept von Boulevardmedien wie „Bild“ oder RTL in Bedrängnis bringt. Da sie mit „Bild“ generell nicht spricht, kann diese Zeitung bei ihren Berichten nur andere Quellen erwähnen.

3. „Die Ich-Schwäche des Feuilletons“
(gunnargeller.de)
Gunnar Geller fragt sich, warum Feuilletonisten „mans“ und „wirs“ hinschreiben, wenn sie „ich“ meinen. „Die sprachliche Verhüllung der Sprecherposition dient der leicht durchschaubaren Aufwertung der kleinen Erlebnisse und Meinungen.“

4. „Sueddeutsche.de linkt sich selber“
(onlinejournalismus.de, Thomas Mrazek)
Der Internetableger der „Süddeutschen Zeitung“ setzt Links, allerdings nur auf das eigene Angebot. „Die offenbar automatisierten Links im Textkörper irritieren eher, als dass sie den Leser mit sicherer Hand zu relevanten Informationen führen.“

5. „Barroso und andere Euro-Feinde“
(stern.de, Hans-Martin Tillack)
Hans-Martin Tillack vom „Stern“ recherchiert zur Europäischen Union: „Auf eine Interviewanfrage bei Euro-Kommissar Olli Rehn erhielt ich erst tagelang keine Antwort, dann schickte mir dessen Pressesprecher versehentlich seine interne Anweisung, wie mit meiner Bitte umzugehen sei: ‚Sensitive one, pls add and reply not possible in short term but we are trying…‘ Zu Deutsch: Sensitive Anfrage, den Journalisten bitte hinhalten!“

6. „Merkel hätte Bild-Zeitung stoppen müssen“
(zeit.de)
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ist der Meinung, Kanzlerin Angela Merkel hätte sich dezidiert gegen die Berichterstattung von „Bild“ über die Schuldenkrise in Griechenland stellen müssen: „Das wäre ihr Job gewesen! Da hätte sie sagen müssen: Das geht zu weit! – Wenn nicht sie, so mindestens der Außenminister.“