Wo(gegen) sich Kai Diekmann wehrt

Gestern veröffentlichte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auf ihrer Leserbriefseite eine Art Dementi von Kai Diekmann:

Am 16. Oktober war in der F.A.Z. folgendes über meine Rede vor dem Hamburger Wirtschaftsrat zu lesen: Vermögens- oder Gehaltslisten von Top-Verdienern, hätte ich angeblich geäußert, würden in „Bild“ nicht veröffentlicht. Kurz darauf habe „Bild“ allerdings genau solche Listen veröffentlicht. …

… Moment! Das stand in der „FAZ“? Stand das nicht in BILDblog?

Sowohl als auch. Denn die „FAZ“ hat einen Artikel über „einflußreiche Blogs“ am 16. Oktober mit einem Screenshot illustriert, auf dem groß und deutlich unser Eintrag über Diekmanns falsches Versprechen beim Wirtschaftsrat der CDU zu lesen war (siehe Ausriss).

Den Vorwurf wollte Diekmann offenbar nicht auf sich sitzen lassen — jedenfalls nicht in der „FAZ“. (Bei uns hat er sich nicht gemeldet.) Ausführlich legt er in seinem Leserbrief dar, was er wirklich gesagt habe: Zum Beispiel dass er nicht verstünde, „warum ausgerechnet Zentralorgane des deutschen Großkapitals wie F.A.Z. oder ‚Manager Magazin‘ solche Listen mit großem Aufwand erstellen und spektakulär veröffentlichen“.

Gesagt habe er auch, dass es ihm „als Chefredakteur einer Zeitung, deren Leser zumeist etwas weniger verdienen würden als Dax-Vorstände, aber oftmals von deren Entscheidungen unmittelbar betroffen seien, nicht leichtfalle, mich auf diesem Feld von den genannten Publikationen links überholen zu lassen“.

Vielleicht wollte Kai Diekmann dies sagen. Tatsächlich hat er nach seinem Vortrag vor dem Wirtschaftsrat der CDU auf die Publikumsfrage, welchen Anteil „Bild“ am Neid in unserer Gesellschaft habe, kritisch auf die Listen anderer Medien über die reichsten Deutschen verwiesen und hinzugefügt:

„Sie werden diese Gehaltslisten in ‚Bild‘ nicht finden.“

Danke an Klaus R. und Christof W.!