Wie „Bild“ nicht über Carrells Krankheit berichtete

Apropos:

Als Rudi Carrell der „Bild“-Zeitung im vergangenen Dezember vorwarf, ihn mit ihrer Berichterstattung über seine Krebskrankheit „lebendig begraben“ zu wollen, reagierte „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann mit Unverständnis. Er antwortete dem Showmaster:

Wie Sie wissen, berichten — im Gegensatz zu BILD — zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften seit vielen Wochen über Ihre Erkrankung. Erst nachdem Sie selbst am 21. November in der niederländischen Illustrierten „Prive“ und anschließend mit BUNTE offen über ihre Krebskrankheit sprachen (…ich weiß, daß ich Krebs habe…), hat BILD entsprechend berichtet. Ihre Äußerungen ließen für uns den Schluß zu, daß Sie mit diesem sehr persönlichen Thema nun durchaus öffentlich umgehen wollen.

Kai Diekmann suggeriert also, „Bild“ habe vor dem 21. November 2005 nicht über Carrells Krebs berichtet.

Am 15. November 2005 titelte „Bild“:

Abgemagert — Haarausfall — Kaum noch Auftritte

Wie krank ist Rudi Carrell?

Die „Bild“-Autoren Daniel Cremer und Guido Brandenburg zitierten „enge Freunde“, dass es Carrell „sehr schlecht gehe, er ernsthaft erkankt sei“. Sie wiederholten die Sätze, die Carrells Schwiegermutter der Zeitschrift „das neue“ gesagt haben soll: „Daß er Krebs hat, ist definitiv. Eine Chemo hat er ja schon hinter sich. Rudi spricht nicht über seine Krankheit.“ Und sie stellten fest: „Fragen zu seiner Krankheit möchte Carrell nicht beantworten.“

Am 16. November 2005 berichtete „Bild“:

So tapfer kämpft er gegen seine Krankheit

(…) Entertainer Rudi Carrell (70) kämpft tapfer gegen seine schwere Krankheit an. Nach Auskunft seiner Ex-Schwiegermutter Erna Bobbert (92) ist Carrell an Krebs erkrankt, unterzog sich schon einer ersten Therapie. (…)

Am 18. November 2005 schrieb „Bild“ zu einem Foto:

Hier geht Rudi Carrell zur Arbeit — Trotz Krankheit!

Köln — Er hat viel Gewicht verloren. Seine Wangen sind eingefallen. Die einst so fröhlichen Augen haben ihren Glanz verloren. (…)

Diekmann will seinen Brief an Carrell bekanntlich als „Entschuldigung“ verstanden wissen.