„Bild“ entdeckt Honis Jesus-Latschen wieder

Honis Jesus-Latschen wiederentdeckt

Das, was „Bild“ lustig „Jesus-Latschen“ nennt, sind riesige Schuhe, mit denen man übers Wasser laufen kann. 1985 entwickelte sie der DDR-Betrieb „Wiking“ für das Ausland. Für den Verkauf im eigenen Land erschien den DDR-Oberen die Möglichkeit, damit flugs Elbe oder Ostsee überqueren zu können, ein bisschen riskant. Nicht verkaufte Exemplare mussten vernichtet werden. Oder, wie „Bild“ heute schreibt:

Sie blieben verboten und verschollen -- bis einige Exemplare jetzt in einer Scheune in Mecklenburg-Vorpommern gefunden wurden!

„Jetzt“? Aber nein! Der Bootsbauer Frank-Uwe Groth, der basierend auf der alten Idee ein neues Patent entwickelt hat, datiert den Fund in der Scheune auf das Jahr 2003.

Die Nachrichtenagentur dpa schrieb schon am 26. Juli 2005 ausführlich über Groth. Anlässlich der „Human-Powered-Boats-Weltmeisterschaft 2005“ widmete die Financial Times Deutschland der Erfindung am 19. August 2005 einen längeren Text. Und am 29. August 2005 berichtete bereits der MDR über das, was angeblich „jetzt“ erst geschah.

„Bild“ ist also nur ein bisschen spät dran und versucht dies (wie so oft) durch leichtes Drehen am Raum-Zeit-Kontinuum zu verschleiern. Und macht bei der Gelegenheit fälschlicherweise aus dem Mann, der die Schwimmschuhe tatsächlich jetzt in Dresden verleiht, gleich den Produzenten der Dinger.

Vielen Dank an Sascha E. für den sachdienlichen Hinweis!