Gong  

Der Geist der gekauften Weihnacht

Jetzt wollen wir für einen Moment innehalten und an die denken, denen es nicht so gut geht. Diejenigen, die sich nicht einmal ein eigenes Weihnachtsessen leisten können: die Leute vom „Gong“.

Der „Gong“ war einmal, man kann sich das heute nicht mehr vorstellen, die vielleicht respektabelste Fernsehzeitschrift: journalistisch, kritisch, gut informiert. Das ist lange her.

Andererseits, „raffinierte Rezept-Ideen“ für ein „zauberhaftes 3-Gänge-Menü mit Hühnersuppe, Steak und Schokoladeneistorte“, das ist doch auch was.

Es ist ein besonderes Festtagsessen, das der „Gong“ seinen Lesern auf drei Seiten vorschlägt, und das nicht nur, weil es dank „fertiger Zutaten“ besonders „schnell gezaubert“ ist. Fangen wir mit der Vorspeise an:

Das ist doch mal ein Service: Wie oft haben Sie schon im Laden vor den Regalen gestanden und sich gefragt, welche von den verdammten Tütensuppen nehm‘ ich? Der „Gong“ schlägt einfach mal „etwa Knorr“ vor — was eigentlich gar nicht nötig ist, denn Lebensmittel mit dem Namen „Suppenliebe“ gibt es nur von Knorr.

Knorr ist übrigens eine Marke der Firma Unilever, genau wie Mazola, Rama, Cremissimo und Cremefine, um jetzt einfach willkürlich ein paar herauszugreifen…

Und man möchte sich gar nicht ausmalen, wie traurig das Weihnachtsmahl im „Gong“ ausgesehen hätte, wenn die Firma Unilever sich nicht so barmherzig gezeigt hätte, der Zeitschrift nicht nur ein paar Rezeptideen, sondern auch noch schöne Fotos von den fertigen Gerichten zur Verfügung zu stellen:

Wünschen wir dem „Gong“ also gesegnete Festtage. Und gute Besserung.

Mit Dank an Max M.!