„Bild“ beschäftigt Volksverhetzer IV

In ihrer Dienstags-Ausgabe veröffentlicht die „Bild“-Zeitung eine „Klarstellung“ über den Mann, der für sie in der vergangenen Woche „exklusiv“ einen „großen BILD-Test: Haben Sie auch schon einmal gelebt?“ erstellte:

Klarstellung zu Trutz Hardo: Letzte Woche hatte BILD über den Berliner Rückführungstherapeuten Trutz Hardo (67) aus Berlin berichtet. Was BILD nicht wußte: Tatsächlich heißt der Mann Tom Hockemeyer und ist 2001 wegen Volksverhetzung verurteilt worden (OLG Koblenz, 90 Tagessätze Geldstrafe). In seinem Buch "Jedem das Seine" hatte er den Massenmord an den Juden gerechtfertigt. Das Buch ist verboten worden. BILD wird nie wieder über diesen Mann berichten.

Das ist nicht die ganze Wahrheit.

1. Um zu wissen, dass Trutz Hardo wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, muss man nicht seinen richtigen Namen kennen. Wer bei Google nach „Trutz Hardo“ sucht, findet als zweiten Treffer einen aufschlussreichen Artikel des „Informationsdienstes gegen Rechtsextremismus“. Dort steht auch Hardos bürgerlicher Name — ebenso wie auf seiner eigenen Homepage.

2. Der richtige Nachname Trutz Hardos war auch „Bild“ bekannt. Im „Bild“-Zeitungs-Archiv findet man bei der Suche nach „Trutz Hardo“ einen Artikel vom 7. Oktober 1999 über den Rückführungs-Selbstversuch einer „Bild“-Reporterin. Den Namen des „Reinkarnations-Experten“ gibt sie an mit: Trutz Hardo Hockemeyer.

3. „Bild“ hat über den Mann nicht „berichtet“. „Bild“ hat ihn beschäftigt.