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Auspackhilfe für den Ausbrecher

Die Suche nach den beiden Schwerverbrechern, die am Donnerstag aus der Justizvollzugsanstalt Aachen ausgebrochen sind, hat in den letzten Tagen Polizei, Bevölkerung und vor allem Medien in Atem gehalten.

Noch bevor heute Morgen der zweite Ausbrecher gefasst werden konnte, machte „Bild“ mit einer packenden Geschichte auf:

Der Ausbrecher packt aus! - Die Pistole kaufte ich im Knast - Ein Wärter gab mir den Schlüssel - Seinen Kollegen fesselten wir mit Handschellen

Drei Tage lang war er auf der Flucht, dann wurde Geiselgangster Michael Heckhoff (50) gefasst. Sein Komplize Peter Paul Michalski (46) ist weiter auf der Flucht. Zuletzt jagte ihn die Polizei in Gütersloh.

In BILD spricht Heckhoff über die unglaublichen Umstände seines Ausbruchs, erzählt, wie einfach Michalski und er entkommen konnten: „Die Waffe haben wir im Knast von einem Mitarbeiter gekauft!“

In einem fast ganzseitigen Artikel kommt Heckhoff ausführlichst in direkter Rede zu Wort, aber wie genau „Bild“ an die Aussagen kam, lässt Autor Josef Ley offen.

Die Kölner Polizei reagierte auf die Veröffentlichung mit einer knappen Pressemitteilung:

Die Polizei hat den Text der BILD-Zeitung und das dort veröffentlichte Foto zur Kenntnis genommen. Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass in dem Artikel Informationen verarbeitet sind, die unbefugt an die BILD-Zeitung gelangten.

Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Ermittelt wird nach unseren Information zunächst einmal gegen Unbekannt.

Auf einer Pressekonferenz am Nachmittag sagte der Robert Deller, Pressesprecher der Staatsanwaltschft Aachen, ein Interview von „Bild“ mit der Polizei oder dem Verhafteten Michael Heckhoff habe es „definitiv nicht gegeben“. Genauer ging er auf den Vorfall nicht ein, sagte aber, dass die (teilweise sehr detaillierten) Angaben von Heckhoff in „Bild“ „nicht zutreffend sein“ dürften.

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