Steinbrück, Saviano, WOZ

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Pro und Contra Diekmann-Plastik“
(taz.de, Philipp Gessler und Ines Pohl)
Die Chefredakteurin der „taz“, Ines Pohl, hat keine Freude am neu über der taz-Fassade hängenden Diekmann: „Geht es nach dem Künstler Peter Lenk, dann soll ich mein Fahrrad jetzt für zwei Jahre jeden Morgen unter einem sechs Meter langen Pimmel abschließen. Unter zwei recht prallen Hodensäcken also mein Tagwerk beginnen. Was für eine klägliche Provokation. Wie öde.“

2. Interview mit Peer Steinbrück
(faz.net, Miriam Meckel)
Der ehemalige Finanzminister Peer Steinbrück zur Debattenkultur in Deutschland: „Darin sind wir nicht gut trainiert. Nehmen Sie unser Verhältnis zur Provokation und Empörung. Auf der einen Seite gibt es einen Mechanismus, der zur Anpassung führt, um ja nicht zu provozieren, die ganzen Empörungsrituale dieser Republik nicht in Gang zu setzen. Auf der anderen Seite denken viele Menschen von einem Politiker: Der ist ja rundgefeilt wie Eierkohle.“

3. Geschwister-Scholl-Preis für Roberto Saviano
(zeit.de, Giovanni di Lorenzo)
Eine Lobrede für Roberto Saviano, Journalist und Schriftsteller: „Und auch wenn er selbst sich immer wieder skeptisch zu der Frage äußert, ob die Mafia denn jemals besiegt werden könne: Roberto Saviano hat auch in Italien etwas bewirkt. Die Justiz hat in den vergangenen Jahren Erfolge gegen die Mafia errungen, die ohne die öffentliche Aufmerksamkeit wohl nicht möglich gewesen wären.“

4. Interview mit Kurt Imhof
(nzz.ch, Rainer Stadler)
„Ein Gespräch mit dem Zürcher Professor Kurt Imhof über die Befindlichkeit im gegenwärtigen Journalismus.“

5. „Früher hätten wir diese Häuser besetzt“
(woz-will-rein.ch)
Die Schweizer Wochenzeitung „WOZ“ sucht neue Redaktionsräume, möchte dafür aber nichts zahlen. Im Gegenzug sichert die Redaktion die Instandhaltung der zur Verfügung gestellten Liegenschaft zu.

6. „Die herbeigeschriebene Krisennation“
(tagesanzeiger.ch, Rico Bandle)
Rico Bandle stellt fest, dass in vielen deutschen Publikationen Texte zur „Befindlichkeit der Schweiz“ erscheinen – und das immer von Schweizer Journalisten. Man könnte meinen, „die Schweiz sei vor lauter Selbstzweifel paralysiert“. – „So gern gesehen diese Artikel in Deutschland sind, so richtig glauben möchten ihnen viele Deutsche offenbar doch nicht: Die Schweiz ist noch immer das beliebteste Auswanderungsziel der Deutschen.“