Kindle, Murdoch, 10 vor 10

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Wie die Zeitungsbranche ihr Debüt auf Amazons Kindle versemmelt“
(netzfundbuero.de, Tom Hillenbrand)
Tom Hillenbrand besitzt seit zwei Wochen einen Amazon Kindle und hat den Eindruck, dass die Zeitungsverlage die Chancen, die sich ihnen auf dem E-Reader bieten, nicht nutzen: „Nirgendwo habe ich Werbung gefunden. Wenn man eine Zeitung schon 1:1 für den gleichen Copypreis auf dem Kindle verkauft – wieso lässt man dann nicht die Anzeigen drin? Oder noch besser: Setzt neue rein.“

2. „Murdoch“
(dondahlmann.de)
Don Dahlmann hat Respekt, dass es Rupert Murdoch wagt, „auf einen Konfrontationskurs mit Google zu gehen“, denn „einer muss es ja mal ausprobieren“. Murdochs mittelfristige Strategie könnte so aussehen: „Ich vermute ja, dass er spätestens ein halbes Jahr nach dem er Google raus geschmissen hat, bei MSN landet. Er verkauft den Zugang zu seinen Portalen dann exklusiv an ‚Bing‘, also kann man dann auch nur per ‚Bing‘ seine Seiten finden.“

3. „Beschwerde gegen ’10 vor 10′-Beitrag gutgeheissen“
(news.admin.ch)
Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen UBI heißt eine Beschwerde gegen die tägliche Abendnachrichtensendung „10 vor 10“ des Schweizer Fernsehens gut. „Der beanstandete Beitrag vermittelte den Eindruck, dass bei einer Ablehnung des Personenfreizügigkeitsabkommens viele Arbeitskräfte aus dem Ausland und namentlich aus dem EU-Raum nicht länger im Universitätsspital Basel hätten arbeiten können. Das Publikum musste davon ausgehen, dass selbst deutsches Fachpersonal, welches teilweise ’seit über acht Jahren in der Schweiz‘ tätig war, nicht länger in schweizerischen Spitälern hätte tätig sein dürfen.“

4. Bestechung im Spielejournalismus
(nes-is-dead.de, Pascal)
Pascal kommentiert einen von „Computer Bild Spiele“ publik gemachten Bestechungsversuch von Ubisoft: „Bestechung ist im Journalismus allgemein und im Spielejournalismus speziell schon immer Gang und Gäbe. Er wird nur nicht so genannt, weil das ja böse ist, sondern das nennt man dann ‚Werbekunden‘. Gib mir eine schlechte Bewertung und ich schalte bei dir keine Werbung mehr.“

5. „Twitternde Verlage“
(fachmedien.net)
Eine Sammlung von (bisher 502) Verlagen, die twittern.

6. „Dear Every Site That Paginates Articles“
(marco.org, englisch)
Ein Kommentar zu Online-Portalen, die ihre Artikel in mehrere Teile aufsplitten: „I know you’re double-charging your advertisers for the same story by artificially inflating your pageview count. It’s just like the old auto-frame-refresh trick, but this one’s better because most of the ad networks haven’t banned it yet.“