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„Bild“ hält sich 15 Zeilen lang an den Pressekodex

Es ist ja nicht so, dass der Name der Journalistin, die vor wenigen Tagen offenbar gemeinsam mit einem befreundeten Arzt in einem Kölner Hotelzimmer Selbstmord beging, nicht aus verschiedenen Medienberichten bekannt wäre. Dennoch könnte man es durchaus begrüßenswert finden, dass „Bild“ gestern ein Foto der Toten unkenntlich machte und sie zudem „Silke L.“ nannte (siehe Ausriss). Schließlich heißt es ja in Richtline 8.5 des Pressekodex ausdrücklich:

„Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. (…)“

Noch begrüßenswerter allerdings wäre das Bemühen um Zurückhaltung gewesen, wenn „Bild“ die zunächst als „Silke L.“ anonymisierte Frau — gerade mal 15 Zeilen später — nicht doch noch (siehe Ausriss) bei vollem Namen genannt hätte…

Mit Dank an Benjamin S. für Hinweis und Ausrisse.