Lachen mit „Bild“

Beispielsweise im Jahr 2004 wurden laut Kriminalstatisik von der Polizei 8831 Vergewaltigungsfälle erfasst, davon 2551 überfallartig durch Einzeltäter, 224 überfallartig durch Gruppen, 335 durch Gruppen und 10 mit Todesfolge. Hinzu kommen 6792 Fälle sonstiger sexueller Nötigung und 26.224 Fälle sexuellen Missbrauchs. Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung lag bei 57.306. Die Dunkelziffer bei Vergewaltigungen wird auf das 10- bis 20-fache der erfassten Fälle geschätzt.

Und das ist ungefähr so lustig wie die Schlagzeile, die heute in Teilen Deutschlands auf Seite 3 der „Bild“-Zeitung und bei Bild.de zu finden ist:

Im Ernst: Wie lange wird es dauern, bis dieselben „Bild“-Redakteure auf derselben Seite womöglich „Froschmann vergewaltigt und tötet Fischverkäuferin“ titeln? Und schreiben sie dann etwa als Erklärung für die Tat auch wieder lapidar: „Der Frühling ist da, die Triebe spielen verrückt (…)“?

Vergewaltigung ist die extremste Form sexualisierter Gewalt. Für „Bild“ ist es nur ein Wort.

Mit Dank an die Hinweisgeber und Spirit of Entebbe für den Scan.