Schöner Schnüren mit der Berliner Sparkasse

Bevorzugtes Zahlungsmittel im Ausland, sicherer als Bargeld, weltweite Akzeptanz – von den Vorteilen einer Kreditkarte sind bereits heute viele überzeugt.

Toll, so eine Kreditkarte, nicht wahr? Aber: Wo kriegt man so ein Teil? Viele versuchen ihr Glück im Schreibwarenladen, weil es dort auch Glückwunschkarten gibt, andere gehen in den Buchhandel, weil man dort Straßenkarten bekommt, wieder andere versuchen es – ebenso vergeblich! – beim Kartenvorverkauf an der Theater- oder Kinokasse.

Völlig falsch! Aber zum Glück gibt es ja die „B.Z.“, die auf ihrer Internetseite Aufklärung betreibt:

Für unterwegs: Berliner Sparkasse schnürt Reisepakete

Zusätzlich zum Girokonto und zum Girokonto Comfort hat die Berliner Sparkasse zwei Reisepakete im Angebot.

„Das Reisepaket ist für 2 Euro 50 im Monat erhältlich. Es enthält eine Classic-Kreditkarte, mit der weltweit bargeldlos bezahlt werden kann. Ein weiterer Pluspunkt ist die kostenlose Bargeldabhebung im Ausland mit der SparkassenCard“, erklärt Susanne Klein von der Berliner Sparkasse. Neben der Guthabenverzinsung enthält das Reisepaket einen Reise-BuchungsService mit Kostenrückerstattung auf den Reisepreis in Höhe von 3 Prozent.

„Gibt’s denn so was nicht auch bei anderen Banken?“, fragen sich da vielleicht einige Leser, aber auch die können überzeugt werden: Mit dem „Reisepaket Gold“, das „noch mehr Extras“ bietet, z.B. eine „attraktive Guthabenverzinsung“. Oder mit den „mehr als 25 Millionen Akzeptanzstellen in über 200 Ländern“ und den „mehr als 762.000 Geldautomaten im In- und Ausland“, an denen die Kreditkarten der Berliner Sparkasse „übrigens“ gelten. Toll, was? Auch alles noch mal nachzuhören im Podcast der Berliner Sparkasse, direkt eingeklinkt in den Artikel der „B.Z.“, und nachzulesen auf der Internetseite der Berliner Sparkasse, die natürlich direkt verlinkt ist.

Wenn in dem Artikel von „unseren Kooperationspartner“ die Rede ist, bei denen man Geld sparen kann, dann ist das nur vordergründig verwirrend, denn natürlich sind es keine Kooperationspartner der „B.Z.“, die damit gemeint sind. Es sind die der Autorin des Textes:

01. Oktober 2009 13.21 Uhr, Berliner Sparkasse

Und diese Frau Sparkasse hat nicht nur diesen einen B.Z.-Online-Artikel geschrieben. Im Archiv finden sich ganze 22, wortgleich für jeden verdammten Berliner Bezirk einzeln:

Bezirk Prenzlauer Berg, Bezirk Pankow, Bezirk Neukölln, Bezirk Mitte, Bezirk Marzahn, Bezirk Lichtenberg, Bezirk Kreuzberg, ...

Natürlich könnte man die Texte, die aussehen wie redaktionelle Inhalte, angekündigt werden wie redaktionelle Inhalte und über die Suche im „B.Z.“-Archiv zu finden sind, für redaktionelle Inhalte halten. Aber dann hätte man vermutlich einfach das kleine Wort „Anzeige“ übersehen, das in jedem Artikel das dazugehörige Foto („Ihre Filiale der Berliner Sparkasse finden Sie auch …“, „Foto: Berliner Sparkasse“) Weiß auf Grau ziert:

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(Abbildung verkleinert)

Mit Dank an Götz N.

Nachtrag, 9. Oktober, 13:50 Uhr: Na sowas! Statt „Für unterwegs“ lauten die Dachzeilen über den Artikeln plötzlich etwas anders:

Anzeige: Berliner Sparkasse schnürt Reisepakete