Es ist nicht immer der Gärtner

Machen wir’s kurz: „Bild“ macht heute den SPD-Generalsekretär Hubertus Heil zum „Verlierer“ des Tages (s. Ausriss) — und das vermutlich zu Recht. „Bild“ schreibt:

„Er konnte sich im SPD-Präsidium mit seinem Wunschkandidaten (…) für einen wichtigen Abteilungsleiterposten im Willy-Brandt-Haus nicht durchsetzen“.

Und man kann darüber streiten, wie sachlich richtig es von „Bild“ ist, desweiteren zu behaupten, das Präsidium habe „den Heil-Vorschlag schlicht für ‚ungeeignet'“ erklärt. Nach unseren Informationen dürfte der Vorschlag Heils nicht zuletzt daran gescheitert sein, dass sein Wunschkandidat keine Frau war. Aber geschenkt.

Dummerweise nämlich nennt „Bild“ auch den Namen des angeblichen „Wunschkandidaten“: „Lutz Gärtner“.

So heißt er nicht. Und auch Carsten Stender, Büroleiter des Generalsekretärs, bestätigt uns auf Anfrage:

„Ich kenne keinen Lutz Gärtner.“

Ebensowenig übrigens wie der Generalsekretär selbst, der im Anschluss an die „Bild“-Meldung immerhin „nach ‚Lutz Gärtner‘ gegoogelt und einen Sanitärhändler in Frankfurt gefunden“ habe, bei dem es sich allerdings nicht um seinen „Wunschkandidaten“ handele.

Tatsächlich war Heils Wunschkandidat jemand ganz anderes. Und wir wissen auch wer. Doch anders als für „Bild“ spielt das für uns keine Rolle.

Mit Dank — auch an den Hinweisgeber.