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„BamS“ nicht mehr ganz frisch

BamS enthüllt: "Frische" Äpfel sind ein Jahr alt

Lustig: Da haben die Äpfel doch etwas mit dieser fast ganzseitigen „Bild am Sonntag“-Geschichte gemein. Die ist nämlich auch nicht mehr ganz frisch. Und eine „Enthüllung“ schon gar nicht.

Einen ausführlichen Bericht darüber, wie Äpfel mit modernen Lagermethoden und dem Einsatz eines Mittels namens 1-Methylcyclopropen (MCP) ein Jahr lang scheinbar frisch gehalten werden können, verschickte die Nachrichtenagentur dpa nämlich schon am 9. Februar 2006 an ihre Kunden.

Zur „Enthüllung“ hat dpa den Bericht damals nicht hochgejazzt — aus gutem Grund. Das gleiche Thema hatte die „taz“ schon am 21. Dezember 2005 behandelt. Und die berief sich wiederum auf einen Bericht des Branchendienstes „foodanddrinkeurope.com“ vom 13. Dezember 2005. Darin wird übrigens Karl Schmitz, der Verbandschef der deutschen Obst- und Gemüseerzeuger, mit den kritischen Worten zitiert, dass die neuen Methoden die Apfel-Saison unnötig verlängerten und zu einem Überangebot führten:

„From July to September this year, there were the same varieties available from three seasons: the ‚old‘ 2004 European crop; the 2005 southern hemisphere crop; and the new northern hemisphere crop, all of similar quality.“

Die „BamS“ zitiert Schmitz dagegen so:

„Dem Verbraucher werden künftig gleichzeitig Äpfel aus drei verschiedenen Ernten verkauft (…)“

„Künftig“? Nein: schon im vergangenen Sommer. Aber vielleicht dachte die „BamS“, dass die Apfelhersteller mit diesen Praktiken warten, bis sie die Geschichte „enthüllt“ hat.

Danke an Moritz K. für den Hinweis!