Wie „Bild“ sich korrigiert

Vor ziemlich genau fünf Monaten erlitt der Fußballspieler Chavdar Yankov (Hannover 96) auf dem Spielfeld eine Verletzung. Die Haut an seinem Penis war eingerissen und musste mit mehreren Stichen genäht werden.

Wie berichtet, behauptete „Bild“ damals mehrere Tage lang, der Spieler Benjamin Köhler (Eintracht Frankfurt) sei für die Verletzung verantwortlich gewesen. Und als sich herausstellte, dass es ganz offensichtlich nicht Köhler, sondern Köhlers Team-Kollege Christoph Spycher war, der Yankov verletzt hatte, berichtete „Bild“ nicht mehr.

Zumindest bis gestern.

Allerdings (siehe Ausriss) ließ „Bild“ die günstige Gelegenheit einer beiläufigen Korrektur nun leider ungenutzt verstreichen und schrieb stattdessen unter der Überschrift „Penis-Opfer hat wieder einen geilen Hammer“ unverbesserlich:

„Im September hatte ihm der Stollen von Frankfurts Köhler den Penis aufgeschlitzt.“

Aber womöglich ist es ja das, was „Bild“-Chef Kai Diekmann meinte, als er mal davon sprach, auch seine Zeitung müsse „die ‘innere Wahrheit’ eines Sachverhalts (…) richtig wiedergeben“: Aus dem internen „Bild“-Archiv unkorrigierte Fehler abschreiben.

Mit Dank an Benjamin S. für den Hinweis.

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