Boenischs beste Bedingungen

Unter der Überschrift „Riesenresonanz auf Hoppegarten Renntag“ führte die „Bild“ vom Freitag im Sportteil der Berlin-Ausgabe ein Interview mit dem „Präsidenten des Union Klubs“, der die Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten betreibt. Der Präsident habe sich „mächtig ins Zeug gelegt„, meint „Bild“ und lobt die „starke Resonanz„, nennt’s eine „erfreuliche Tendenz„. Dann stellt das für seine knallharten Boulevardjournalismus bekannte Blatt noch schnell ein paar Fragen, die allesamt („Wie viele Zuschauer werden erwartet?“, „Hat sich Prominenz angekündigt?“, „Worauf dürfen sich die Turffreunde in diesem Jahr noch freuen?“, „Wie steht es um den publikumswirksamen Hindernissport?“, „Sie halten der Rennbahn weiterhin die Treue?“) aussehen wie abgeschrieben aus einem Galoppverlautbarungsorgan. Großzügig bebildert erstreckt sich das freundliche Entgegenkommen auf eine halbe „Bild“-Seite. „Wir bieten beste Bedingungen„, steht in großen Lettern drüber – und ebenso groß der Name „Boenisch“, denn so heißt der interviewte Mann. Es ist (aber ja doch!) derselbe Boenisch, der Boenisch, der in derselben Freitags-„Bild“ 14 Seiten vorher darauf herumreitet, dass irgendwer irgendwen „für dumm verkaufen“ wolle.

Ach ja, und fast hätten wir’s vergessen: Am Sonntag um 16.35 Uhr kämpfen in Hoppegarten elf Galopper im 6. Rennen um den „114. Großen Preis von Berlin“ – auch „‚Bild‘-Pokal“ genannt.