Da waren’s nur noch sechs

Es gibt sieben Weltwunder, sieben Hügel in Rom, sieben Zwerge, sieben Geißlein und Siebenbürgen, warum sollte Susanne Osthoff nur sechs Rätsel haben?

So mag sich die „Bild“-Zeitung gefragt haben, als sie die Schlagzeile „Die sieben Rätsel der Susanne Osthoff“ erfand — und möglicherweise zu spät feststellte, dass ihr eigentlich höchstens sechs einfielen. „Bild“-Rätsel sieben geht jedenfalls so:

Das Fessel-Rätsel

Im „Stern“ erzählte Osthoff: „Und weil meine Hände hinterm Rücken gefesselt waren, bin ich auf die Lippen gefallen … Die Handfesseln habe ich mühsam aufgebissen, um mich wenigstens im Kofferraum in die Ecke verkriechen zu können, damit ich bei Beschuß von hinten nicht gleich getroffen werde.“

Frage einer „Stern“-Leserin: „Wie kann es sein, daß sie ihre Handfesseln im Kofferraum aufgebissen hat, wenn doch ihre Hände auf dem Rücken gefesselt waren?“ Die Redaktion erklärte die Ungereimtheit mit einer „Kürzung des Interviews“.

Tjaha, wirklich rätselhaft. Also, weniger die Fessel-Situation und auch nicht die Antwort des „Stern“, sondern die Entscheidung von „Bild“, nicht auch noch die nächsten beiden Sätze aus dem aktuellen „Stern“ abzuschreiben:

Susanne Osthoff berichtete, dass sie beim Umladen in ein Fahrzeug der Entführer neu gefesselt wurde, die Hände vor der Brust. Während der weiteren Fahrt war sie im Kofferraum eingesperrt, wo sie sich unbeobachtet an den Fesseln zu schaffen machen konnte.

Diese Erklärung ist ähnlich bereits seit zwei Wochen auf stern.de zu lesen. Man hätte sie nur zitieren müssen, um das „Rätsel“ zu lösen. Vorausgesetzt natürlich, man wäre an einer Lösung interessiert.

Danke an Cay D. für den Hinweis!