Randale

Angenommen, bei einem lokalen Radiosender passiert einmal etwas, das ihn bundesweit in die Schlagzeilen bringen könnte. Dann ist die traditionelle Rollenverteilung die, dass der Sender das Thema groß aufbauscht (Publicity!) und die Journalisten, die darüber berichten, sich um Nüchternheit und Verhältnismäßigkeit bemühen.

Insofern ist es ein schlechtes Zeichen, wenn die Rollen umgekehrt sind und sich Radio Arabella, wo Daniel Küblböck offenbar ein Interview wütend abgebrochen hat, sich inzwischen deutlich distanziert von der Art, wie „Bild“ den Vorfall darstellt.

Zum Vergleich die Formulierungen von „Bild“:

„schlimmer Ausraster“, „randaliert“, „scheint durchzudrehen“.

Und die Begriffe, die Radio Arabella wählt:

‚angebliches‘ Skandal-Interview“, „viel harmloser“, „Ausrutscher“.

Aber daraus hätte man ja keine „Bild“-Schlagzeile machen können.