Berliner Zeitung, taz-Boykott, Focus

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Zitiert: Offener Brief der Redaktion der ‚Berliner Zeitung'“
(mediencity.de)
In der Redaktionsversammlung beschliesst die „Berliner Zeitung“ einstimmig einen offenen Brief an ihre Verleger. Daraus: „Der Vorbesitzer Mecom hat die Zeitung ‚ausgequetscht wie eine Zitrone‘; so hat es Chefredakteur Vorkötter Ende Juni formuliert. Wir haben uns aber nicht drei Jahre den Zumutungen David Montgomerys und seines Statthalters Josef Depenbrock widersetzt, um nun ähnliche Pläne erneut vorgesetzt zu bekommen.“

2. „‚Focus‘ arbeitet an neuem wöchentlichen Ableger“
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Eine von mehreren Projektgruppen beim Wochenmagazin plant „einen völlig neuen ‚Focus'“: „Statt nur auf Fakten, Fakten, Fakten zu setzen, soll in dem neuen Ableger Platz sein, um in längeren Geschichten stärker in die Tiefe zu gehen.“

3. „Axel Springer wäre beinah ins Kloster gegangen“
(welt.de, Heimo Schwilk)
Welt.de (Verlag: Axel Springer) schreibt über ein Buch, in dem der Verleger erwähnt wird und spart dabei nicht mit Lob: „Der Autor Uwe Wolff widmet sich in einem längeren Kapitel dieser wenig bekannten Seite von Axel Springers Persönlichkeit. Wolffs Biografie ist ein Meilenstein in der Geschichte der Spiritualität des 20. Jahrhunderts und dabei spannend wie ein Roman geschrieben.“

4. Diskussionen zum Boykott der „taz“
(epd.de, dan)
Lorenz Maroldt, einer der Chefredakteure des Berliner „Tagesspiegel“, mahnt hinsichtlich des Leichtathletik-WM-Boykotts der „taz“, „es könne nicht sein, dass sich Journalisten mit einer solchen Aktion wichtiger nehmen als das Interesse ihrer Leser“. Und für Claudio Catuogno von der „Süddeutschen Zeitung“ stehen „auf der einen Seite die Einschränkung unserer persönlichen Freiheit und auf der anderen das wichtigste Sportereignis dieses Jahres auf der Welt“.

5. „Schuld ist immer der Pressesprecher“
(nzz.ch, sig.)
Die „NZZ“ arbeitet den „Fall Borer“ aus dem Sommer 2002 auf, bei dem der Verlag Ringier für Falschaussagen 10’000 Franken bezahlt hat: „Medienskandale fordern Opfer, aber anders, als man gemeinhin denkt. Die fehlbaren Journalisten sind jeweils sehr rasch wieder im Geschäft.“ So arbeiten Ralph Grosse-Bley und Frank A. Meyer derzeit in führenden Positionen bei Ringier.

6. „Laser + Sound test-0“
(youtube.com, Video, 2:10 Minuten)
Aus dem Ishikawa-Komuro Lab der Universität Tokio: Ein Notizblock und ein Laserstrahl.