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	<title>Kommentare zu: @sachark, Hagemann, Manipulationen</title>
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	<description>Ein Watchblog für deutsche Medien</description>
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		<title>Von: Schtonk!</title>
		<link>http://www.bildblog.de/10789/6-vor-9-sachark-hagemann-manipulationen/comment-page-1/#comment-1637</link>
		<dc:creator>Schtonk!</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 06:54:49 +0000</pubDate>
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		<description>@Fred david: Na bei der deutschen Telekom wird noch etwas gründlicher gearbeitet... =:-O</description>
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		<title>Von: Fred David</title>
		<link>http://www.bildblog.de/10789/6-vor-9-sachark-hagemann-manipulationen/comment-page-1/#comment-1635</link>
		<dc:creator>Fred David</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 10:36:41 +0000</pubDate>
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		<description>Ein Beispiel fällt mir noch ein: Das Interview mit Ferdinand Piech von Volkswagen. Er war völlig locker, ging auf die Fragen ein, auch auf nervige. Insgesamt hatten wir beide Spass daran. Auch das Gegenlesen lief rund, nur Detailänderungen. Ein gutes, informatives Stück



Was ich aber nur  zufällig mitbekam: Sein armer Sprecher hatte im Vorfeld zum Interview ein regelrechtes Bewerbungsdossier über mich, meine Person, meine Ausbildung, meine Herkunft, Medien, für die ich gearbeitet habe, Interviews die ich geführt, Kommentare , die ich geschrieben habe, und was im Internet so alles stand usw. Das war ein ziemlich dickes Dossier. Richtig Arbeit. Ich habe keine Ahnung, ob Piech das vorher überhaupt angeschaut hat. Wahrscheinlich nicht. Aber diese Prozedur gehört offenbar zu den Essentials in der Volkswagen-Pressestelle.



Grundsätzlich ist gegen so viel Aufmerksamkeit nichts zu sagen und natürlich muss ein Aufsichtsratsvorsitzender vorher wissen, mit wem er da spricht, was mit dem Medium los ist, wo er erscheint, von mir aus auch, wie dieses Medium bisher VW und Piech kommentiert und portraitiert hat. Ist ja öffentlich.



Aber gleich ein dickes Dossier zur Person, in Klarsichthefter, mit Vorlieben und wahrscheinlich nicht zu knappen Laster?



Jedenfalls müssen Journalisten sich im Klaren sein, wie sehr sie in solchen Fällen durchleuchtet werden - ohne dass sie es mitbekommen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beispiel fällt mir noch ein: Das Interview mit Ferdinand Piech von Volkswagen. Er war völlig locker, ging auf die Fragen ein, auch auf nervige. Insgesamt hatten wir beide Spass daran. Auch das Gegenlesen lief rund, nur Detailänderungen. Ein gutes, informatives Stück</p>
<p>Was ich aber nur  zufällig mitbekam: Sein armer Sprecher hatte im Vorfeld zum Interview ein regelrechtes Bewerbungsdossier über mich, meine Person, meine Ausbildung, meine Herkunft, Medien, für die ich gearbeitet habe, Interviews die ich geführt, Kommentare , die ich geschrieben habe, und was im Internet so alles stand usw. Das war ein ziemlich dickes Dossier. Richtig Arbeit. Ich habe keine Ahnung, ob Piech das vorher überhaupt angeschaut hat. Wahrscheinlich nicht. Aber diese Prozedur gehört offenbar zu den Essentials in der Volkswagen-Pressestelle.</p>
<p>Grundsätzlich ist gegen so viel Aufmerksamkeit nichts zu sagen und natürlich muss ein Aufsichtsratsvorsitzender vorher wissen, mit wem er da spricht, was mit dem Medium los ist, wo er erscheint, von mir aus auch, wie dieses Medium bisher VW und Piech kommentiert und portraitiert hat. Ist ja öffentlich.</p>
<p>Aber gleich ein dickes Dossier zur Person, in Klarsichthefter, mit Vorlieben und wahrscheinlich nicht zu knappen Laster?</p>
<p>Jedenfalls müssen Journalisten sich im Klaren sein, wie sehr sie in solchen Fällen durchleuchtet werden &#8211; ohne dass sie es mitbekommen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Ronnie Grob</title>
		<link>http://www.bildblog.de/10789/6-vor-9-sachark-hagemann-manipulationen/comment-page-1/#comment-1636</link>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 10:05:25 +0000</pubDate>
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		<description>@Fred David: Vielen Dank für die interessanten Tipps und Erfahrungen!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Fred David: Vielen Dank für die interessanten Tipps und Erfahrungen!</p>
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	<item>
		<title>Von: Fred David</title>
		<link>http://www.bildblog.de/10789/6-vor-9-sachark-hagemann-manipulationen/comment-page-1/#comment-1634</link>
		<dc:creator>Fred David</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 09:48:12 +0000</pubDate>
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		<description>zu 2)

Ist ja interessant, dass eine Arbeitslosenzeitung decouvriert, wie manches so läuft im Journalimus.

Ich habe im Lauf der Jahre viele Interviews geführt, habe aber nie  einen Vertrag unterschrieben, wie ich mich zu verhalten habe.

Das &quot;Gegenlesen&quot; von Interview-Texten ist üblich, weil die direkte Rede ja auch immer gerafft werden muss und ein Interviewter das Recht auf das gesprochene Wort hat.

Ich erlebte allerdings laufend, dass Pressestellen immer dreister wurden und Gegenlesen mit Umschreiben verwechselten. Es war manchmal ein mühseliges, akribisches Wiederherstellen von Urfassungen.

Einige wenige Male habe ich ein Interview gedruckt, ohne die Aenderung des Interviewten zu berücksichtigen, aber immer nur dann, wenn die Aussage auf dem Tonband  mit der Formulierung im Text völlig übereinstimmte und wenn es keine plausible Begründung gab, die betreffende Formulierung zu streichen.

Ich habe  von mir aus Vorbedingungen für das Interview gestellt, und zwar vorher, dass nur  effektive Fehler korrigiert werden, dass Fragen sakrosankt sind und dass Kürzungen nur im gegenseitigen Einverständnis erfolgen dürfen. Im Gegenzug kann der Interviewte ein faires Interview erwarten.

Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht und dadurch auch Formulierungen retten können, die Interviewte nachher am liebsten verschluckt hätten. Das wurde ausnahmslos akzeptiert, wenn auch häufig nach entsprechend aufwändigem Hin und Her.

Nie ist wegen dieser Vorbedingungen meinerseits ein Interview nicht zustande gekommen.

Häufig fällt auch der Satz: &quot;Ich sage Ihnen jetzt mal was, das Sie aber nicht drucken dürfen.&quot; Dann muss man sofort sagen: &quot;Stop! Ich will nur wissen, was ich drucken kann.&quot; Denn der Trick dabei ist, dass genau in diesen Formulierungen, die man nicht drucken soll,  die Substanz des ganzen Interviews komprimiert sein kann - und dann ist man geknebelt und gefesselt, weil man einwilligte, genau das nicht zu drucken.

Beim &quot;Spiegel&quot; habe ich gelernt, wenn es irgendwie möglich ist, den Interviewtext dem Interviewten persönlich zum Gegenlesen zu überbringen und dabei unerschütterlich neben seinem Schreibtisch stehen zu bleiben Das minderte deutlich die Lust an grossflächigen Sreichkonzerten.

Beim &quot;Spiegel&quot; habe ich auch gelernt, dass man um jede, wirklich jede  Formulierung zu fighten hat, die tatsächlich gefallen ist, die der Interviewte aber lieber streichen oder verwässern will. &quot;Auch wenn es zwei Stunden und länger dauert und der Redaktionsschluss drängt, du hast hart zu bleiben,&quot; hämmerten mir ältere &quot;Spiegel&quot;-Kollegen ein. Eine Lehre fürs Leben.

Am meisten Aerger gab es nicht mit Politikern oder Managern, sondern mit einem Künstler und einem Journalisten. Loriot - den ich hoch schätze - ist als Interviewpartner eine absolute Tortur, weil er hinterher jede einzelne Formulierung schleifen und polieren will. Jede. Natürlich auch die Fragen. Und das in mindestens 10 ausführlichen Telefongesprächen hin und her.

Der zweite Endlos-Fight , an den ich mich erinnere, fand nach einem munteren Interview mit Mathias Döpfner, dem Chef von Springer, statt. Dessen Pressechefin masste sich an, überall herumzukorrigieren, selbst an absolut eindeutigen Formulierungen, auch von Fragen.

Sie wollte sogar dekretieren, wie Döpfner zu fotografieren sei : Nicht vor dem Portrait von Axel Springers , so dass dieser übermächtig erscheinen könnte und auf gar keinen Fall, wenn im Hintergrund zufällig eine Aufzugtür zu sehen gewesen wäre. Begründung: Das Foto würde womöglich eines Tages missbraucht werden mit der Zeile: Döpfner im Aufzug nach unten.

Bei diesem Interview habe ich mich über die vereinbarte Prozedur hinweggesetzt und die eindeutigen Formulierungen drin gelassen, so wie sie auf dem Tonband waren.

Die Folge war eine Art Hausverbot, was aber zu verkraften war. Es war der einzige derartige Fall unter geschätzten 200.

Aber wahr ist eben auch, dass einem manche Journalistenkollegen das Geschäft verderben, wenn sie auf alle Interviewbedingungen eingehen, nur um an das Interview zu kommen oder dass sie bei den Formulierungen zuwenig präzis sind - in der Erwartung: wird ja eh korrigiert. Wer Schlampiges zum Gegenlesen abliefert, muss sich nicht wundern, dass nachträglich Schöngemalt wird.

Grundsätzlich aber gilt: Die meisten Promis aller Sparten  sind eitel genug, dass sie vieles tun, um in Intervviews zu erscheinen, wenn auch am Liebsten ausschliesslich in ihrem Sinn. Man muss nicht auf alles eingehen und sagt dann halt: Sorry,  dann liebernicht. Das führt zu einer gewissen Disziplinierung. Auf beiden Seiten.

Aber gerade darum sollten Medien zumindest die wichtigeren Interviews selber führen. Zeitungsredaktionen und Sender können ruhig mal sagen: zu diesen Bedingungen nicht!

Freie können das aus pekuniären Gründen nicht oder nur ganz selten. Sie leben davon.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>zu 2)</p>
<p>Ist ja interessant, dass eine Arbeitslosenzeitung decouvriert, wie manches so läuft im Journalimus.</p>
<p>Ich habe im Lauf der Jahre viele Interviews geführt, habe aber nie  einen Vertrag unterschrieben, wie ich mich zu verhalten habe.</p>
<p>Das "Gegenlesen" von Interview-Texten ist üblich, weil die direkte Rede ja auch immer gerafft werden muss und ein Interviewter das Recht auf das gesprochene Wort hat.</p>
<p>Ich erlebte allerdings laufend, dass Pressestellen immer dreister wurden und Gegenlesen mit Umschreiben verwechselten. Es war manchmal ein mühseliges, akribisches Wiederherstellen von Urfassungen.</p>
<p>Einige wenige Male habe ich ein Interview gedruckt, ohne die Aenderung des Interviewten zu berücksichtigen, aber immer nur dann, wenn die Aussage auf dem Tonband  mit der Formulierung im Text völlig übereinstimmte und wenn es keine plausible Begründung gab, die betreffende Formulierung zu streichen.</p>
<p>Ich habe  von mir aus Vorbedingungen für das Interview gestellt, und zwar vorher, dass nur  effektive Fehler korrigiert werden, dass Fragen sakrosankt sind und dass Kürzungen nur im gegenseitigen Einverständnis erfolgen dürfen. Im Gegenzug kann der Interviewte ein faires Interview erwarten.</p>
<p>Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht und dadurch auch Formulierungen retten können, die Interviewte nachher am liebsten verschluckt hätten. Das wurde ausnahmslos akzeptiert, wenn auch häufig nach entsprechend aufwändigem Hin und Her.</p>
<p>Nie ist wegen dieser Vorbedingungen meinerseits ein Interview nicht zustande gekommen.</p>
<p>Häufig fällt auch der Satz: "Ich sage Ihnen jetzt mal was, das Sie aber nicht drucken dürfen." Dann muss man sofort sagen: "Stop! Ich will nur wissen, was ich drucken kann." Denn der Trick dabei ist, dass genau in diesen Formulierungen, die man nicht drucken soll,  die Substanz des ganzen Interviews komprimiert sein kann &#8211; und dann ist man geknebelt und gefesselt, weil man einwilligte, genau das nicht zu drucken.</p>
<p>Beim "Spiegel" habe ich gelernt, wenn es irgendwie möglich ist, den Interviewtext dem Interviewten persönlich zum Gegenlesen zu überbringen und dabei unerschütterlich neben seinem Schreibtisch stehen zu bleiben Das minderte deutlich die Lust an grossflächigen Sreichkonzerten.</p>
<p>Beim "Spiegel" habe ich auch gelernt, dass man um jede, wirklich jede  Formulierung zu fighten hat, die tatsächlich gefallen ist, die der Interviewte aber lieber streichen oder verwässern will. "Auch wenn es zwei Stunden und länger dauert und der Redaktionsschluss drängt, du hast hart zu bleiben," hämmerten mir ältere "Spiegel"-Kollegen ein. Eine Lehre fürs Leben.</p>
<p>Am meisten Aerger gab es nicht mit Politikern oder Managern, sondern mit einem Künstler und einem Journalisten. Loriot &#8211; den ich hoch schätze &#8211; ist als Interviewpartner eine absolute Tortur, weil er hinterher jede einzelne Formulierung schleifen und polieren will. Jede. Natürlich auch die Fragen. Und das in mindestens 10 ausführlichen Telefongesprächen hin und her.</p>
<p>Der zweite Endlos-Fight , an den ich mich erinnere, fand nach einem munteren Interview mit Mathias Döpfner, dem Chef von Springer, statt. Dessen Pressechefin masste sich an, überall herumzukorrigieren, selbst an absolut eindeutigen Formulierungen, auch von Fragen.</p>
<p>Sie wollte sogar dekretieren, wie Döpfner zu fotografieren sei : Nicht vor dem Portrait von Axel Springers , so dass dieser übermächtig erscheinen könnte und auf gar keinen Fall, wenn im Hintergrund zufällig eine Aufzugtür zu sehen gewesen wäre. Begründung: Das Foto würde womöglich eines Tages missbraucht werden mit der Zeile: Döpfner im Aufzug nach unten.</p>
<p>Bei diesem Interview habe ich mich über die vereinbarte Prozedur hinweggesetzt und die eindeutigen Formulierungen drin gelassen, so wie sie auf dem Tonband waren.</p>
<p>Die Folge war eine Art Hausverbot, was aber zu verkraften war. Es war der einzige derartige Fall unter geschätzten 200.</p>
<p>Aber wahr ist eben auch, dass einem manche Journalistenkollegen das Geschäft verderben, wenn sie auf alle Interviewbedingungen eingehen, nur um an das Interview zu kommen oder dass sie bei den Formulierungen zuwenig präzis sind &#8211; in der Erwartung: wird ja eh korrigiert. Wer Schlampiges zum Gegenlesen abliefert, muss sich nicht wundern, dass nachträglich Schöngemalt wird.</p>
<p>Grundsätzlich aber gilt: Die meisten Promis aller Sparten  sind eitel genug, dass sie vieles tun, um in Intervviews zu erscheinen, wenn auch am Liebsten ausschliesslich in ihrem Sinn. Man muss nicht auf alles eingehen und sagt dann halt: Sorry,  dann liebernicht. Das führt zu einer gewissen Disziplinierung. Auf beiden Seiten.</p>
<p>Aber gerade darum sollten Medien zumindest die wichtigeren Interviews selber führen. Zeitungsredaktionen und Sender können ruhig mal sagen: zu diesen Bedingungen nicht!</p>
<p>Freie können das aus pekuniären Gründen nicht oder nur ganz selten. Sie leben davon.</p>
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