Salesch, Jarvis, Kiewel, Gema

Andrea Kiewel ist zurück, die Verlage planen eine Gema für Onlinetexte, Jeff Jarvis will, dass Journalisten die neuen Möglichkeiten im Internet nutzen und Barbara Salesch sorgt sich um ihren Ruf als Richterin.

1. Interview mit Jeff Jarvis

(medialdigital.wordpress.com, Ulrike Langer)

Journalistikprofessor Jeff Jarvis ist dafür, dass „jeder Journalist in jeder Redaktion“ die neuen Recherche-Möglichkeiten, die das Internet bietet, beherrscht: „Dann verstehen Journalisten auch, warum die Welt solche Dinge benutzt. Der Grund ist: Weil es einfach ist.“

2. „Die Elite im Talk“

(faz.net, Jürgen Kaube)

Eine saubere Analyse des aktuellen Stands von Politikdebatten im deutschen Fernsehen: „(…) es handelt sich gar nicht um Journalismus. Der Aufklärungsaspekt ist nachrangig, nur ein Mittel. Es geht vielmehr um Auftritte, die verschafft werden, also um Werbung, um Personen, die vorgeführt werden sollen, also um Unterhaltung, und um die Selbstinszenierung eines Mediums, das beides nicht zugeben darf.“

3. „Wieso Andrea Kiewel wieder dick im Geschäft ist“

(welt.de, Antje Hildebrandt)

„Andrea Kiewel ist nach dem Schleichwerbe-Skandal um einen Diät-Anbieter wieder gut im Geschäft. Sie moderiert den ZDF-‚Fernsehgarten‘ und nun auf RTL ausgerechnet eine Sendung über Rechtsirrtümer. Wie es die geschasste Moderatorin schafft, ihren Fauxpas in einen PR-Coup zu verwandeln.“

4. „Urheberrecht: Das Ende der Wild-West-Manier“

(zeit.de, Daniel Bouhs)

Daniel Bouhs stellt Software vor, die „flächendeckend nach Plagiaten fahndet“. Der Diebstahl von Texten werde so erschwert – auf „Textdiebe“ komme eine „Welle von Abmahnungen und Rechnungen“ zu.

5. „Verlage planen Gema für Onlinetexte“

(ftd.de, Lutz Knappmann)

„Seit Jahren suchen Verlage nach Internet-Erlösmodellen jenseits der Werbung. Nun gibt es konkrete Ideen: Eine Art ‚Inkassobüro‘ soll Leistungsschutzrechte ähnlich wie bei Musik geltend machen. Auch eine ‚Kultur-Flatrate‘ als Zuschlag auf die DSL-Gebühr wird diskutiert.“

6. Gerichtsshows und ihre Auswirkungen auf die Realität

(faz.net, Melanie Amann)

Noch ein nachgereichter Artikel aus der FAS vom letzten Sonntag. Es stehen Zitate gegeneinander. Fernsehrichterin Barbara Salesch: „Wir vermitteln Justiz mit dem Mittel der Unterhaltung. Die ganze Sendung läuft nach deutschem Prozessrecht ab. Ich bin ja weiter Vorsitzende einer Strafkammer und habe einen Ruf zu verlieren.“ vs. Johannes Nüsse, Vorsitzender einer großen Strafkammer am Landgericht Dortmund: „In einer Folge gab es 26 Punkte, die anders liefen als in echten Verfahren“.