Buschheuer, Internetradio, Spiegel

Der Guardian-Chef fordert dazu auf, über die Entwicklung des Journalismus nachzudenken. Der Spiegel greift zu ungewöhnlichen Werbemethoden. Und der Focus lässt die Leser ran.

1. „Das alte System ist kaputt“

(taz.de, Steffen Grimberg)

Alan Rusbridger, Chefredakteur des englischen Guardian, sieht die Zeitungskrise nüchtern: „Wir müssen uns darauf einrichten, künftig Journalismus mit weniger Leuten zu machen, und demütiger werden.“ Seinen Berufskollegen sagt er: „Journalisten müssen über die Entwicklung des Journalismus nachdenken, nicht über Businesspläne. Schon gar nicht dann, wenn wie jetzt niemand weiß, wie unsere Geschäftsmodelle künftig aussehen werden.“ Ein Gespräch mit Rusbridger, das Jakob Augstein und Philip Grassmann geführt haben, gibt es hier (vimeo.com, 7:50 Minuten).

2. „Hausmitteilung zu verkaufen“

(bildblog.de, Stefan Niggemeier)

Neue Werbeformen beim Spiegel. Das Nachrichtenmagazin verkauft seine das Heft einführende „Hausmitteilung“ als Werbung.

3. „Leser wählen, wir schreiben“

(focus.de, Martin Kunz)

Leser können die Inhalte des Focus-Sonderhefts „Grüner Leben“ bestimmen. Nach der Wahl des Themenschwerpunkts können die Leser Themen in Form von Berichten, Reports oder Reportagen auswählen. Leider holt man sich dabei fast den Klicktod, kurz, die Usability ist grauenhaft – vielleicht hält sich auch deshalb die Teilnahme der Leser in Grenzen.

4. Interview mit Else Buschheuer

(spiegel.de, Tobias Becker)

Autorin Else Buschheuer glaubt, dass sich „Twittern zum Bloggen wie Methadon zum Heroin“ verhält. „Jeden Tag klicken meine Leser meine Internet-Seite an und lesen über meine Einsamkeit, mein Scheitern, meine kleinen Freuden. Schreibe ich zwei Tage nicht, krakeelen sie. Aber sie kaufen meine Bücher nicht, ich habe sie total verzogen.“

5. „Die radiophone Revolution“

(dradio.de, Georg Gruber)

„Das klassische Küchenradio könnte schon bald ausgedient haben, denn die Anzahl der Sender, die man mit einem derartigen Gerät empfangen kann, ist äußerst begrenzt. Anders im Internet: Hier gibt es mittlerweile Tausende von Radiostationen, die ihre Programme streamen.“

6. „Was man aus ‚6 vor 9‘ lernen kann“

(upload-magazin.de, Jan Tißler)

Die Aktion zur Rettung von „6 vor 9“ war erfolgreich; in nur drei Tagen wurden 2000 Euro gesammelt. Vielen Dank, das ist grossartig! Jan Tißler schreibt in einem Beitrag, was man seines Erachtens aus der Rubrik lernen kann.