Plasberg, Focus, Killer

Ist Frank Plasberg hart und fair? Warum haben die europäischen Zeitungen Mühe mit Fehlerkorrekturen? Was macht der Focus mit seinen Vier-Mann-Zelten? Die Presseschau.

1. „Der große Korrektor“

(zeit.de, Carolin Emcke)

Die Zeit nimmt Frank Plasberg und seine Sendung „hart aber fair“ unter die Lupe: „Hart aber fair jedenfalls als Antwort auf die Substanzlosigkeit des politischen Diskurses zu begreifen ist ungefähr so absurd, wie eine Quizsendung für die Antwort auf die Pisa-Studie zu halten.“

2. „HIV & Öffentlichkeit“

(faz.net, Nils Minkmar)

„Am Dienstagnachmittag wurde ich von seriösen Medien unter Berufung auf eine deutsche Behörde über die schwere Erkrankung und das Sexualverhalten einer lebenden, mir persönlich nicht bekannten Frau unterrichtet, und zwar gegen deren Willen.“

3. „Klaus Wowereit im O-Ton“

(30jahre.taz.de, Sebastian Heiser)

Der Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, redete am taz-Kongress über Journalismus: „Da gibt es ja so wunderbare Medien, die arbeiten immer mit der Methode: Entweder Du kooperierst, oder wir vernichten Dich. Und dann denken immer einige, wenn sie kooperieren, dann werden sie nicht vernichtet. Das ist mitnichten so der Fall.“

4. „FOCUS künftig ohne Vier-Mann-Zelt“

(blogmedien.de)

„Der ehemalige SPIEGEL-Herausforderer wurde in den vergangenen Jahren immer mehr verramscht – und immer seltener verkauft. Weil auch beim FOCUS die Anzeigenumsätze einbrechen, will Burda nicht mehr so viele Hefte verschenken und teure Abo-Prämien einsparen.“

5. „Killer“

(fooldc.wordpress.com)

Eine Anklage zum Wandel des Journalismus: „Der Leser wird im Netz zum ‚User‘, als sei Content eine Droge. Die Produzenten strecken den Stoff, bis er kaum noch Substanz hat und ungenießbar wird. Sie bilden Kartelle und unterdrücken die Konkurrenz. Künftige Lesergenerationen werden entwöhnt: Sie wissen guten Journalismus nicht mehr zu schätzen, weil sie nie welchen kennenlernen.“

6. „Wir entschuldigen uns für diesen Fehler“

(nzz.ch, Stephan Russ-Mohl)

„In den USA sind viele Zeitungen bestrebt, Fehler in der Berichterstattung nachträglich zu korrigieren. Sie wollen damit auch ihre Glaubwürdigkeit stärken. Die europäischen Kollegen tun sich schwerer mit dieser Praxis.“