Studien, Klickvieh, Lesekultur

Verlage können was lernen von der Blogosphäre. Auch Internetjunkies finden Gründe für die Zeitung. Und der Fragenerfinder von „Wer wird Millionär“ gibt Auskunft. In der Presseschau von heute.

1. „Einseitige mediale Wahrnehmung einer deutschen Studie“

(nzz.ch, H. Sf.)

Spiegel.de, welt.de, sueddeutsche.de. Sie alle berichteten über eine Studie mit dem Titel „Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt“ (pdf-Datei). H. Sf. glaubt, das Medienecho gebe „den Schwerpunkt der Studie grob verzerrt wieder“, denn alle hätten sich auf den „Schlussteil, der auf 15 Seiten von ‚Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsextremismus‘ handelt“, gestürzt, den „Stoff, nach dem deutsche Medien offenbar süchtig sind“.

2. Interview mit Günter Schröder

(dwdl.de, Thomas Lückerath)

Günter Schröder denkt sich die Fragen zur RTL-Sendung „Wer wird Millionär“ aus: „Es mag sich banal anhören, aber das größte Problem ist oft auch sicherzustellen, dass die falschen Alternativen auch tatsächlich falsch sind.“

3. „Das Klickvieh-Gehege“

(medialdigital.wordpress.com)

„Was Verlage von der Blogosphäre lernen können.“

4. „Soziale Netze befördern eine neue Lesekultur“

(haz.de, Marcus Schwarze)

„Die Lesegewohnheiten verändern sich. Was wie eine Binsenweisheit nach dem Start des World Wide Web vor 20 Jahren klingt, erfährt im Jahr 2009 eine weitere Wendung: Unter Intensivnutzern des Internets macht sich seit Monaten ein Trend breit, der aufs Neue die Medienwelt verändert.“

5. „Mein Deutschland? – eine Bildkritik“

(freitag.de/community/blogs/bildungswirt)

Der Bildungswirt fragt sich, ob die für das Zeit-Titelblatt ausgewählten Köpfe der beginnenden Serie „Mein Deutschland“ gut gewählt sind. „Wer erzählt denn am besten authentisch die letzten 10 Jahre Google- und Wikipedia-Zeit? Mit Sicherheit keiner der 6 abgebildeten Köpfe.“

6. „Etwas Kulturnostalgie“

(madial.blogspot.com)

Und jetzt ab ins Wochenende mit Lob für die gute alte Zeitung: „Ab und zu setzt bei mir eine, äh, Lust auf Papier ein. Eine Tageszeitung ist ein ‚walled garden‘ und das ist manchmal genau das, was ich will. Keine Links, die mich verführen, aus dem einen halbgelesenen Text in den nächsten zu springen, um nach fünf weiteren Links zu merken, dass ich den ursprünglichen Artikel noch nicht fertig gelesen habe.“