Holtzbrinck, Newsnetz, Broder

Die Presseschau heute: Im Internet sammelt sich eine Protestgruppe gegen den Bilderklau von Newsnetz, die Internetstrategie von Holtzbrinck unter der Lupe, Journalismus im Bermuda-Dreieck. Dazu Stefan Niggemeier und Henryk M. Broder.

1. Die Internetstrategie des Holtzbrinck-Verlags
(welt.de, Kai-Hinrich Renner)
„‚Schaun wir mal‘ mag im Leben eine gute Strategie sein. Stefan von Holtzbrinck erfährt dieser Tage, dass sie bei Internetzukäufen nicht funktioniert. Ein Schadensbericht.“

2. „Journalismus im Bermuda-Dreieck“
(tagesspiegel.de, Stephan Russ-Mohl)
Stephan Russ-Mohl glaubt, dass für hochwertigen Journalismus bald tief in die Tasche gegriffen werden muss: „Könnte also sein, dass sich die Leserinnen und Leser in Amerika schon bald daran gewöhnen müssen, dass ihr Leib- und Magenblatt mehr kostet als ein ‚Latte Macchiato‘ bei Starbucks – auch dann, wenn sie es ’nur‘ online lesen möchten.“

3. „Zum zweifelhaften Umgang mit Copyright bei Tamedia/Newsnetz“
(courantnormal.ch, Dom Dada)
Newsnetz bedient sich im Internet offenbar auch bei Fotos, die nicht unter CC-Lizenz verfügbar, sondern die mit dem Vermerk „All Rights Reserved“ geschützt sind, hier ein Beispiel. Die Flickr-Gruppe „Newsnetz: Please stop using Flickr pictures without asking“ protestiert gegen den Diebstahl.

4. Portrait von Stefan Niggemeier
(taz.de, Jan Feddersen)
„Ob Freund oder Feind: Niggemeier machte als Journalist, was ein Journalist zu tun hat – im Zweifelsfall mit niemandem befreundet sein, nicht klüngeln. Ihm seien Milieus, Szenen oder Seilschaften nicht nur vollkommen einerlei, sondern sogar zuwider. ‚Auf die Frage, wie ich funktioniere, würde ich den Satz sagen: Ich bin nicht wie ihr.'“

5. Interview mit Henryk M. Broder
(heise.de/tp, Dominik Betz und Gregor Haschnik)
Henryk M. Broder glaubt, dass die Deutschen vom Nationalsozialismus fasziniert sind und sich damit obsessiv beschäftigen: „Meist geht es doch nur um künstliche Empörung der billigsten Sorte. Harald Schmidt und Oliver Pocher haben in ihrer Show diese Hysterie wunderbar persifliert – mit ihrem ‚Nazometer‘, das bei braun gefärbten Begriffen ausschlug. Sie haben die Bigotterie von Menschen vorgeführt, die beim Wort Autobahn hyperventilieren, aber gelassen bleiben, wenn Irans Präsident Ahmadinedschad den nächsten Holocaust ankündigt. Diese Gesellschaft hat einen ausgeprägten Hang zu virtuellen Handlungen und symbolischen Akten.“

6. „Brüste = Quote“
(20min.ch)
20min.ch berichtet über den Sender RTL2, der fallende Quoten in der Sendung „Big Bother“ (sic!) mit viel Sex wieder steigen lässt. Illustriert ist die Geschichte mit einem (verpixelten) Bild der Pornodarstellerin Annina Ucatis.