Wikipedia-Recherchen, dpa, Brüste

Das Bildblog deckt auf, wie deutsche Redaktionen Wikipedia als Quelle verwenden. Die dpa beobachtet die WAZ genau. Das Zoomer-Ende. Dazu Brüste von Online-Redakteurinnen. Die Blog- und Presseschau.

1. Quelle: Wikipedia
(bildblog.de, Anonym*)
„*Name ist der Redaktion bekannt“ berichtet darüber, wie er in den Wikipedia-Artikel über Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jakob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg ein „Wilhelm“ in den langen Vornamen hineingeschmuggelt hatte. Hier der Beweis, die Änderung geschah am 8. Februar 2009, um 21:40 Uhr. Wo und wie deutsche Redaktionen recherchieren, ist nun für alle auf der Titelseite der Bild-Zeitung ersichtlich. Oder bei Spiegel Online, wo es inzwischen eine ausführliche Erklärung gibt.

2. Interview mit Wilm Herlyn
(sueddeutsche.de, C. Keil u. H. W. Kilz)
Der Chefredakteur der dpa zur Kündigung seines Dienstes von der WAZ: „Wir lesen die WAZ sehr genau und erkennen, wenn Zitate aus einem Exklusivinterview, das jemand nur mit uns geführt hat, plötzlich in einem Blatt der Gruppe auftauchen. Wir haben das auch gesehen, als wir die Schließung von Hertie-Kaufhäusern im Ruhrgebiet gemeldet haben. Die WAZ-Gruppe hatte erhebliche Mühe, diese Informationen ins Blatt und in ihren Online-Auftritt derwesten.de einfließen zu lassen.“

3. „Was nicht passt, wird passend gemacht“
(spiegelfechter.com, Jens Berger)
Der „Europa-Korrespondent für ITN, einen der größten Nachrichtenanbieter der Welt“, Robert Moore, drehte einen „herzzerreißenden Filmbeitrag über frierende Bulgaren“. Doch diese frieren nicht, wie im Beitrag angegeben, wegen dem Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland, sondern weil sie gar nie „an das zentrale Fernwärme- oder Gasnetz angeschlossen“ waren. „Die Bewohner dort heizen stattdessen mit Holz und Kohle“.

4. „Die Zukunft hielt 12 Monate“
(coffeeandtv.de, Lukas)
Lukas will auf einem Online-Portal nicht abstimmen müssen, was die Top-Story ist; er geht für Meinungen und Analysen lieber „zu Leuten, deren Meinung mich interessiert und die ich ernst nehmen kann“. Zum Ende von Zoomer schreibt er: „Zoomer.de war zu dem Irren geworden, der in der Fußgängerzone vor sich hin brabbelt, aber von dem alle wissen, dass er harmlos ist.“

5. „Fünf Lehren aus dem Zoomer-Ende“
(dirkvongehlen.de)
Dirk von Gehlen hat fünf Lehren aus dem Zoomer-Ende gezogen:
1. Nachrichten sind kein StartUp-Business, 2. Glaubwürdigkeit kann man nicht kaufen, 3. Junge Leser sind klüger als einige Medienmacher annehmen, 4. Das Prinzip der Nutzerbeteiligung braucht eine gewachsene Community und 5. Die klassischen Medien stehen nicht so schlecht da.

6. „Brüste in der Redaktion“
(photobucket.com, Cartoon)
Nein, so einen Titel muss man nun wirklich nicht anklicken. Die Klickjägerei mit Sex-Versprechen schadet nämlich dem Journalismus.