Meyer, Twitter, Freitag, Zerbst

Das Fernsehen wird Realität in Zerbst, Kutter erwartet den neuen Freitag, Twitters Geburt wird nacherzählt und Frank A. Meyer spricht über die Theorien von Online-Süchtigen. Die Presseschau.

1. „‚Frauentausch‘ mit Folgen“
(faz.net, Harald Staun)
Über eine RTL2-Sendung mit Auswirkungen auf die Realität in der Kleinstadt Zerbst: „Am Mittwochabend, rund eine Woche nach der Ausstrahlung der Folge am 8. Januar, standen dann plötzlich rund fünfzig aufgebrachte Menschen vor dem Haus der Leps, beschimpften die Familie und warfen rohe Eier und Flaschen gegen die Hauswand. Eine Woche später wiederholten sich die Proteste, wobei die mittlerweile mit vier Wagen Streife fahrende Polizei schlimmere Ausschreitungen verhinderte.“

2. Knödel-Sepp, Herr Strudel und der Stierwascher
(medienschelte.at, Daniel)
Zeitungen aus Österreich sind irgendwie anders: „Interessanterweise lassen sich in fast allen Zeitungen Satire-Rubriken finden, zeichnerisch im Comic-Stil umgesetzt. Einige davon, diese Aufreihung erhebt schließlich nicht den Anspruch der Vollständigkeit, haben wir mal gesammelt.“

3. „Zum Freitag“
(kutter.antville.org)
Der Kutter erwartet den Relaunch des Freitag am Donnerstag gespannt, aber kritisch: „Wenn mich Privatmeinungen und allgemeine Klugscheißereien interessieren würden, würde ich Weblogs lesen oder meinetwegen Leserbriefe in Zeitungen und Kommentare in deren Online-Ausgaben. (Mache ich übrigens nie.) Aber ich kaufe keine Zeitung, um zu lesen, was ihre Leser denken. (Diese Pein!) Und ich habe meinerseits auch nie das Bedürfnis empfunden, zu den Lesern der Zeitungen zu sprechen, die ich lese. (Und ich hatte das Gefühl, dass auch die ganz gut damit leben konnten.)“

4. „Über das Internet, den Markt und die Magie“
(blick.ch)
Frank A. Meyer hat für die „Theorien der Online-Süchtigen“, dass „allesamt gebannt auf Handy-Bildschirme starren“, nichts übrig. Er schwärmt weiterhin für die Zeitung, „ein warmes Produkt“, ein „Gesamtkunstwerk“, „sinnlich“, „magisch!“. Und ausserdem: „Womit verdienen denn die Medienhäuser ihr Geld? Mit klassischen Medien! Mit Zeitungen und Zeitschriften. Womit verdienen sie kein Geld? Mit Internet-Portalen!“

5. „Nur Qualität kann Google schlagen“
(spiegel.de, Christian Stöcker)
Den Einwänden von Meyer (4.) widerspricht Christian Stöcker, die aktuellen und zukünftigen Verlierer seien gerade Tageszeitungen, wöchentlich erscheinenen Publikationen hingegen „schadet das Internet nicht.“ – „Gleichzeitig steigt die Reichweite vieler Online-Medien weiterhin stetig an, allen voran die von SPIEGEL ONLINE – einem, das nebenbei, längst profitablen Unternehmen.“

6. „How Twitter Was Born“
(140characters.com, dom)
Twitter-User dom erzählt, wie Twitter erfunden wurde.