Schwachsinn, Medienanalyse, Subventionen

Heute: Wolf Schneider sieht viel Schwachsinn im Netz, Niggemeier sieht Schwachsinn überall. Ansonsten: Pressefreiheit in Gefahr, kein Risiko bei Übernahmen, Leben ohne Zeitungen und Sascha Lobo, die Verkörperung des Internets.

1. Unendlich viel Schwachsinn im Internet
(meedia.de, Felix Disselhoff)
Im Interview mit Felix Disselhoff spricht Wolf Schneider (ehemaliger Leiter der Henri-Nannen-Schule) über seine Versuche als Videoblogger. Als Blogger sieht er sich aber nicht, denn: „Das Wort Blogger ist für mich zu einem erheblichen Teil negativ besetzt.“ Er habe allerdings „keine Ahnung wie ein Computer funktioniert“.

2. Niggemeiers Medienanalyse
(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier analysiert die aktuellen Mediendebatten im Netz und in der Presse. Er wirft dem SZ-Magazin mit dem Titel „Warum Zeitung?“ Recherchefehler und Arroganz vor, untersucht die Debatte um die (vermeintliche) Versteigerung von Aufträgen beim Nordkurier und widerspricht Miriam Meckels aktuellem Artikel zur Lage des Journalismus. Die Trennlinie verlaufe nicht zwischen Print und Online, sondern zwischem guten und schlechten Journalismus.

3. Wirtschaftskrise bedroht Pressefreiheit
(faz.net, Video 2:17 Minuten)
Der ehemalige deutsche Verfassungsrichter Dieter Grimm möchte über staatliche Unterstützung für die Presse zumindest nachdenken, wenn diese ihre gesellschaftliche Funktion nicht mehr erfüllen könne. Er warnt aber vor „Inhaltssteuerung“ durch Subventionen und sieht momentan auch noch kein Notwendigkeit in Deutschland.

4. Kein Klumpenrisiko bei der Tamedia
(blog.persoenlich.com, Roger Schawinski)
Roger Schawinski widerspricht Kurt W. Zimmermann (da ist er nicht der erste). Nach der Übernahme der Schweizer Edipresse durch das Schweizer Medienunternehmen Tamedia, vergrössere sich keinesfalls das Klumpenrisiko. Im Gegenteil: Die Übernahme sei der „einzige verbliebene Schlüssel zum Erfolg“.

5. Ein Leben ohne Zeitungen?
(slate.com, Jack Shafer)
Jack Shafer blickt zurück auf den grossen Zeitungsstreik von 1962-63 in New York und zieht Rückschlüsse auf die heutige Debatte. Während des Streiks hätten sich die Leser verstärkt anderen Medien wie Fernsehen, wöchentlichen Zeitschriften, Radio oder Büchern zugewandt. Gänzlich vom Streik erholt habe sich der Zeitungsmarkt aber nie mehr.

6. Die Deutschen und ihr Internet
(jepblog.de, Daniel Fiene)
Daniel Fiene ist durch Internet-Deutschland gereist. Er berichtet über Sachsens Ministerpräsident und sein Verhältnis zu Anonymität im Internet, über Sascha Lobo, der mittlerweile als Verkaufsargument für Micropaymentsysteme und Personifizierung des Internets wahrgenommen werde, sowie über Wirtschaftsminister zu Guttenberg, der bei ihm „heftiges Kopfschütteln“ auslöse.